Seitenübersicht

Netzwerke & Links

Polyoma oder Französische Mauser

Polyoma, Französische Mauser, Wellensittiche, Behandlung, Ursache

lückenhaftes Gefieder bei Polyoma

Die Französische Mauser, auch Polyomavirus Infektion oder kurz Polyoma genannt, zählt zu den schweren und gefährlichen Krankheiten, von denen viele Papageien- und Sitticharten befallen werden können. Sie ist gekennzeichnet durch eine hohe Nestlingssterblichkeit, Veränderungen der Federn und eine hohe Ansteckungsrate.
In den achtziger Jahren entdeckte man das Krankheitsbild zunächst bei Wellensittichen in Amerika, mittlerweile ist das Polyoma Virus weltweit ein großes Problem. Besonders anfällig sind neben den Wellensittichen die Agaporniden (Unzertrennliche), Keilschwanzsittiche (Aratinga), Halsbandsittiche und einige Papageienarten. Aber auch bei Nymphensittichen und bei fast allen anderen Sittichen und Papageien ist das Virus weit verbreitet.

 

Polyoma Symptome

Die Französische Mauser ist nicht immer leicht zu erkennen, da die Symptome für diese gefährliche Krankheit nicht einheitlich sind. Typisch für Polyoma ist eine Beeinträchtigung des Federwachstums. Häufig befindet sich der erkrankte Vogel in einer Art Dauermauser. Die Schwungfedern wachsen nur unzureichend nach oder brechen ab. Vor allem Flügel- und Schwanzfedern sind davon betroffenen, was dazu führt, dass die Flugfähigkeit verloren geht. Deshalb wird die Französische Mauser auch Rennerkrankheit oder Hopserkrankheit genannt und die betroffenen Vögel als Renner bzw. Hopser bezeichnet. Bei schweren Verläufen der Krankheit kann auch das Kleingefieder an Brust und Rücken betroffen sein.
Oft sind die Symptome einer Polyoma Infektion jedoch eher unspezifisch, d.h. die Vögel zeigen entweder allgemeine Krankheitsanzeichen (Abmagerung, Apathie, blutiger Kot etc.), die auf viele verschiedene Erkrankungen hindeuten können, oder man sieht ihnen überhaupt nicht an, dass sie erkrankt sind. Trotzdem sterben viele Sittiche innerhalb kürzester Zeit. Vor allem Jungvögel bis zum Alter von 15 Wochen sind von der Erkrankung betroffen, aber auch ältere Tiere können sich noch anstecken, krank werden und versterben.

 

Ursache der Französischen Mauser

Als Ursache für die Französische Mauser wird das Polyomavirus, das zu den Papovaviren zählt, verantwortlich gemacht. Die Ansteckung erfolgt über Kot, Schnabelsekret und Zellen von Federn und Haut. Die Viren findet man auch im Staub, sodass sie indirekt von Menschen übertragen werden können (z.B. kann infizierter Staub auf der Kleidung von einer Voliere in die nächste transportiert werden). Hygiene ist deshalb oberstes Gebot.
Mit erkrankten Sittichen sollte keinesfalls gezüchtet werden, da die Französische Mauser hochgradig ansteckend ist und von den Altvögeln auf die Jungvögel übertragen wird. Es gibt auch Sittiche, bei denen die Französische Mauser nicht ausbricht, obwohl sie das Virus in sich tragen. Diese Tiere können jedoch trotzdem ihre Nestlinge und andere (erwachsene) Sittiche anstecken, und manchmal erkranken sie selbst auch noch zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Französische Mauser Diagnose und Behandlung

Da die Krankheit sehr unspezifisch verläuft, wird ein Befall mit Polyomaviren leider häufig übersehen. Spätestens bei einer hohen Nestlingssterblichkeit oder bei Federveränderungen sollte ein vogelkundiger Tierarzt überprüfen, ob Polyoma Viren hierfür verantwortlich sind. Der Nachweis lässt sich nur mittels einer Blutprobe oder veränderten Federn des erkrankten Vogels erbringen, die dann auf DNA Spuren des Virus untersucht werden
Eine medizinische Therapie der Französischen Mauser gibt es bislang noch nicht, auch ist die Krankheit leider nicht heilbar. In der Regel bleiben die Vögel, die eine Polyoma Infektion überlebt haben, ihr Leben lang gehandicapt. Bei minder schweren Krankheitsverläufen kann es zu Spontanheilungen kommen.

 

Was tun bei französischer Mauser?

Da die Französische Mauser sehr ansteckend und lebensbedrohend ist, man sie jedoch nicht heilen kann, ist es sehr wichtig, erkrankte Vögel zu stärken und gesunde Tiere vor einer Infektion zu schützen.
Die permanente Mauser schwächt einen Vogel und zehrt ihn aus, deshalb ist  eine unterstützende Behandlung sinnvoll. Das Immunsystem stärkt man am besten durch:

– gesunde vitaminreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Keimfutter, Sepiaschalen)
– UV Licht (Sonne, Vogellampe erleichtert es dem erkrankten Tier, die Nährstoffe besser aufzunehmen)
– gesunde Luft (Luftfeuchtigkeit 50-60 %, Verringerung von Staub in der Luft durch häufiges Putzen, Benutzung eines Ionisators, Zufuhr von Frischluft durch vermehrtes Lüften (dabei jedoch Zugluft vermeiden)
– Vermeidung von Stress
– eventuell Gabe von Vitaminpräparaten, die allerdings mit einem vogelkundigen Tierarzt abgesprochen werden sollte.

Vögel kann man nur vor einer Infektion mit Polyomaviren schützen, indem man gesunde Tiere von virustragenden Vögeln separiert. Das bedeutet, dass sie keinerlei Kontakt miteinander haben dürfen. Wenn Sie neue Sittiche kaufen, sollten Sie sie auf jeden Fall auf Polyoma testen lassen, bevor sie Kontakt zu Ihren schon vorhandenen Vögeln bekommen. Eine Quarantänezeit von circa acht Wochen sollte auf jeden Fall eingehalten werden.
Wenn sich ein erkrankter Vogel im Schwarm befindet, sollten Sie unbedingt auf eine Zucht verzichten.

 

Haltung von Sittichen mit Französischer Mauser

Sittiche, die an der französischen Mauser leiden, können ein glückliches Leben führen, wie andere Vögel auch. Es besteht kein Grund, sie einschläfern zu lassen. Wenn sie jedoch flugunfähig sind, muss man bei der Haltung einiges beachten. Die größte Gefahr besteht darin, dass die gehandicapten Sittiche sich durch Stürze verletzen können. Ein niedriger Käfig, der mit vielen Ästen, Seilen und anderen Klettermöglichkeiten ausgestattet ist, kann da Abhilfe schaffen. Beim „Freiflug“ muss man den Sittichen große Aufmerksamkeit schenken und darauf achten, dass sie nicht versuchen, aus erhöhten Positionen loszufliegen. Die Landung kann von dem gehandicapten Vogel nicht abgefedert werden und er zieht sich leicht Knochenbrüche oder andere schwere Verletzungen zu.

Französischer Mauser bei Wellensittichen

Die Französische Mauser tritt besonders häufig bei Wellensittichen auf. Allerdings verläuft die Krankheit bei ihnen häufig anders als bei anderen Sitticharten. Die Nestlingssterblichkeit ist extrem hoch, Schwanz- und Flügelfedern sind besonders betroffen, erwachsene Tiere erkranken nur sehr selten und häufig findet man bei einem Welli auch Organveränderungen vor. Haben Wellensittiche die erste Phase der Erkrankung überstanden, liegt ihre Lebenserwartung etwa bei der von gesunden Wellensittichen.

 



sittich24.de wird berprft von der Initiative-S

Mehr Pagerank, Homepage bekannt machen und mehr Besucher!