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Vogelmilben bei Wellensittich, Nymphensittich und anderen Vögeln

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Häufig ist vermehrtes Putzen bei Sittichen zu beobachten, wenn sie mit Vogelmilben befallen sind

Vogelmilben, auch Blutmilben genannt, sind kleine Spinnentiere (Milben), die zu den Parasiten zählen, genauer gesagt zu den Ektoparasiten (d.h. sie leben auf, und nicht in ihrem Wirt). Vogelmilben ernähren sich vom Blut der Vögel.
Es gibt zwei verschiedene Arten von Vogelmilben, die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) und die Nordische Vogelmilbe (Ornithonyssus sylviarum).
Die Rote Vogelmilbe ist die bei Vögeln weltweit am häufigsten vorkommende Parasitenart. Sie befällt vorwiegend Nutz – Geflügel wie Hühner und Puten, ist aber auch relativ häufig auf Heimvögeln wie Wellensittich, Nymphensittich, Papagei und anderen Sittichen zu finden. In freier Natur lebt sie nicht, wie häufig vermutet, im Gras, sondern u.a. in den Rinden von Bäumen und in alten Vogelnestern.
Die Rote Vogelmilbe ist  nachtaktiv und geht  nur in der Dunkelheit auf Vögel, um ihnen durch ihre Bisse Blut zu entziehen. Anschließend flüchtet sie in ihre Verstecke. Tagsüber hält sie sich im Umfeld der Tiere auf und ist auf den Vögeln nicht mehr zu finden. Meist zieht sie sich enge Ritzen und Spalten des Käfigs, des Nistkastens oder der Sitzstangen zurück. Ohne eine Blutmahlzeit kann die Rote Vogelmilbe circa neun Monate überleben.
Die Nordische Vogelmilbe ist eher ein Problem für Wildvögel. Da Ziervögel seltener von ihr befallen werden, liegt unser Hauptaugenmerk auf der Roten Vogelmilbe. Am Ende dieser Seite finden Sie Informationen über die Nordische Vogelmilbe.

 

Rote Vogelmilben Aussehen und Lebensweise

Genau wie andere Milbenarten haben Rote Vogelmilben acht Beine, auf denen sie sich krabbelnd vorwärts bewegen, sie können nicht fliegen oder springen. Dennoch sind sie sehr schnell und können sich sogar innerhalb von nur 1 Sekunde an ihrem Wirt festbeißen. Ihre Größe ist abhängig vom Grad der Blutfüllung und schwankt zwischen 0,5 Millimeter und 1 mm. Wenn sie Blut gesaugt haben, sind sie rot, in „hungrigem“ Zustand haben sie eine graue bis weiße Farbe. Im Sommer sind die klimatischen Bedingungen für die Rote Vogelmilbe besonders günstig. Ist es warm, dunkel, feucht und schmutzig, fühlt sie sich besonders wohl und es entwickeln sich innerhalb kürzester Zeit große Populationen. Hitze über 45 °C und Kälte unter -25 °C überleben die Blutsauger meist nicht. Die Vermehrung der Roten Vogelmilbe verläuft rasant, ihre Entwicklungs vom Ei bis zur ausgewachsenen Milbe hängt von der Temperatur der Umgebung ab. Bei über 30 °C dauert es nur ein bis zwei Tage, bei 10 °C immerhin 12 Tage bis zur vollen Reife. Unter 9 °C entwickeln sich die Larven zwar nicht mehr weiter, aber sie sterben nicht ab, sie fallen lediglich in eine Kältestarre. Selbst bei -25 °C können sie problemlos ein bis zwei Jahre überleben, deshalb sterben Rote Vogelmilben im Winter nicht und man kann sie durch einfrieren nicht töten.

 

 

Rote Vogelmilben Symptome bei Wellensittich und Geflügel

Obwohl die Rote Vogelmilbe mit bloßem Auge zu sehen ist, ist ein Befall nicht leicht zu erkennen, da sie sich nur nachts auf den Vögeln aufhält. Tagsüber zieht sie sich in Ritzen und Spalten zurück, so dass sie nur schwer zu finden ist. Erkennen kann man den Befall am Verhalten der Sittiche. Da die Vogelmilben die Sittiche in der Dunkelheit piesacken, sind die Vögel nachts sehr unruhig, schreckhaft, können nicht schlafen und klettern im Käfig oder der Voliere herum. Tagsüber schlafen sie viel, wirken erschöpft, lustlos und apathisch.
Die Stiche sind schmerzhaft und verursachen Hautirritationen und einen starken Juckreiz, der wiederum dazu führt, dass die Vögel sich dauernd kratzen. Schädigungen des Gefieders und der Verlust von Federn können die Folge sein. Manchmal gehen die Milben in Körperöffnungen (Schnabel, Augen, Ohren, Kloake) wo sie Entzündungen hervorrufen können.
Durch einen Befall mit der Roten Vogelmilbe magern viele Sittiche ab, leiden unter Unfruchtbarkeit, Mauserproblemen und Entwicklungsstörungen. Die Vögel werden anfälliger für Krankheiten und wenn sie die Plagegeister nicht loswerden, können sie durch den permanenten Blutverlust sogar an Blutarmut sterben. Eine weitere Gefahr für die Gesundheit der Vögel besteht in der Übertragbarkeit von Viren und Bakterien durch die Rote Vogelmilbe.

Info: Besonders häufig kommt es zu schwerwiegenden Folgen bei Nestlingen, Jungtieren, Brutpaaren und bei durch Krankheiten oder Alter geschwächten Vögeln.

 

Rote Vogelmilben beim Mensch

Die Rote Vogelmilben ist nicht sehr Wirtstreu und ist deshalb auch auf Säugetiere und Menschen übertragbar. Unter Umständen gehen sie auf Menschen über, wenn man mit alten Vogelnestern in Berührung kommt oder sich in die Nähe der Schlafplätze der Milben aufhält.
Wenn die Rote Vogelmilbe zubeisst, gelangt ein Sekret der Speicheldrüse in die Wunde, das betäubend wirkt, das Gewebe zersetzt und die Blutgerinnung hemmt. Es kommt zu Juckreiz, Hautausschlägen und Entzündungen der Haut. Bei empfindlichen Menschen kann sich eine Allergie ausbilden. Rote Vogelmilben sind in der Regel nicht gefährlich für den Mensch, es sei denn, die Milben sind Überträger von Viren oder Bakterien, die Menschen krank machen können. Die Krätze wird nicht von Roten Vogelmilben übertragen.
Vom menschlichen Körper lassen sich Rote Vogelmilben normalerweise problemlos durch Duschen oder einen Gang in die Sauna entfernen. Damit sie nicht wiederkommen, müssen ihre Rückzugsorte jedoch gründlich saniert werden. Je eher und gründlicher Sie die Vogelmilben bekämpfen, desto geringer ist die Gefahr, dass sie bei einem Mensch Zuflucht suchen.

Info: Ist ein Mensch von Vogelmilben befallen, kann er es an einem Krabbeln auf Haut und Haaren und an juckenden Ausschlägen, die durch die Stiche entstehen, bemerken.

 

 

Rote Vogelmilben bekämpfen und vorbeugen

Für Sittichhalter, die von der Roten Vogelmilbe heimgesucht wurden, stellt sich die Frage: was tun? Es gibt ein paar einfache Hausmittel, die den Milben das Leben schwer machen. Die Vögel können nur „geheilt“ werden, wenn alle Milben ausgerottet sind. Deshalb sind die folgenden Maßnahmen absolut notwendig, aber nicht allein ausreichend für eine gründliche Bekämpfung der Parasiten. Die Behandlung der Vögel durch einen spezialisierten Tierarzt ist ebenfalls von größter Wichtigkeit und unerlässlich.

  1. Entziehen Sie den Milben ihre Rückzugsmöglichkeiten, indem Sie möglichst alle vorhandenen Ritzen und Fugen beseitigen und die Entstehung von neuen vermeiden. Glatte Oberflächen bieten den Parasiten keinen Unterschlupf.
  2. Reinigen Sie Käfige, Volieren oder Stallungen regelmäßig mit viel Wasser, da viel Nässe von den Milben nicht vertragen wird (ein wenig warme Feuchtigkeit hingegen schätzen sie sehr). In Außenbereichen ist der Einsatz eines Hochdruckreinigers zu empfehlen, natürlich nur, wenn die Vögel sich an einem anderen Ort befinden.
  3. Verhindern Sie den Kontakt zu Wildvögeln und Nagetieren (Mäuse, Ratten etc.), da diese die Rote Vogelmilbe übertragen können.
  4. Wenn die Vögel in einem Käfig in der Wohnung gehalten werden, sollten Sie die Tiere vorübergehend in einen Ersatzkäfig setzen und diesen an einem völlig anderen Ort der Wohnung platzieren. Spielzeuge, Sitzstangen und Schaukeln aus Holz sollten Sie wegwerfen (sofort aus der Wohnung entfernen und nicht im Mülleimer stehen lassen). Der Käfig, (Edelstahl-) Näpfe und alle Gegenstände, mit denen der Vogel Kontakt hatte, müssen mit möglichst heißem Wasser, dem Essig beigefügt werden kann, ausgescheuert und anschließend mit einem für Vögel verträglichen Desinfektionsmittel (z.B. F10) desinfiziert werden. Bitte verwenden Sie keiner handelsüblichen Desinfektionsmittel, da diese giftig und lebensbedrohlich für Ihre Vögel sind.

 

Behandlung der Roten Vogelmilbe

Die Behandlung der Roten Vogelmilbe bei Vögeln darf keinesfalls in Eigenregie durchgeführt werden, da die wirksamen Medikamente starkes Gift enthalten, dass bei falscher Konzentration oder ungenauer Anwendung zum Tod der Vögel führen kann. Die Therapie sollte unbedingt durch einen vogelkundigen Tierarzt erfolgen.
Eine Falle mit ätherischen Ölen oder Neemöl ist nicht ausreichend. Die Umgebung der Vögel muss mit einem Kontaktgift behandelt werden, dass jedoch nicht mit den Vögeln in Berührung kommen darf. Auch Spritzmittel, Insektenpuder, Bademittel und Spray, die im Zoofachgeschäft erhältlich und als ungiftig und harmlos deklariert sind, eignen sich nicht für die Behandlung von Vögeln. Auch wenn sie für andere Haustiere ungiftig sind, gilt das nicht für Vögel. Sie sind hochgiftig für Sittiche und andere Ziervögel und führen häufig zu deren Tod.
Eine ungiftige Alternative zu Kontaktgiften ist das Puder AgriNova. Es besteht aus Kieselalgen, die die Milben austrocknen und für Menschen und Tiere ungefährlich ist.
Eine weitere Möglichkeit die Rote Vogelmilbe zu bekämpfen, liegt im Einsatz von so genannten Raubmilben. Dabei handelt es sich um Milben, die zwar die Rote Vogelmilbe auffressen, aber für Menschen und Vögel absolut ungefährlich sind. Vor allem bei einer Haltung in Außenvolieren oder im Stall sind diese Insekten, die man im Internet bestellen kann, zu empfehlen.
Die Rote Vogelmilbe lässt sich nicht homöopathisch behandeln. Nach DORENKAMP kann man jedoch den befallenen Vögeln zur Unterstützung eine Woche lang jeden zweiten Tag Carduus compositum oder Coenzym compositum (5 Tropfen auf 10 ml ins Trinkwasser) geben.

 

Rote Vogelmilben im Haus und in der Wohnung

Wie die Verbreitungen von Vogelmilben im Haus entstehen, kann mehrere Gründe haben. Entweder haben die eigenen Vögel sie ins Haus „geschleppt“, oder sie gelangen durch die Mitnahme von Naturästen, Rinden- oder Holzstücken aus der freien Natur in die heimischen vier Wände. Auch verlassene Vogelnester auf dem Balkon, der Hauswand oder auf dem Dachboden können die Ursache für Rote Vogelmilben in Haus und Wohnung sein. Alte, verlassene Nester sollten deshalb beseitigt und und die Umgebung gründlich gereinigt werden.

 

 

Nordische Vogelmilben

Nordische Vogelmilben kommen bei im Haus lebenden Sittichen eher selten vor, es werden vor allem Wildvögel und Ziervögel in Außenvolieren von ihr befallen. Ins eigene Zuhause kann man die Parasiten durch Naturäste oder Wildkräuter holen.
Die Nordische Vogelmilbe lebt  permanent auf ihrem Wirtstier, sie zieht sich tagsüber nicht wie die rote Vogelmilbe von ihm zurück. Bei genauer Betrachtung kann man sie als kleine, circa 0,8 mm große wandernde Punkte auf dem Vogelkörper erkennen. Wenn sie „hungrig“ sind, haben sie eine gelblich braune Farbe, sind sie mit Blut vollgesogen, wirken sie eher schwarz.
Häufig kann man beobachten, dass Vögel, die von der Nordischen Vogelmilbe heimgesucht wurden, sich übermäßig viel kratzen, schlecht schlafen und müde und erschöpft sind. Saugen besonders viele Milben dem Vogel das Blut aus, kann das zu einer Blutarmut führen.
Für die Bekämpfung der Nordischen Vogelmilbe sollte man auf jeden Fall einen vogelkundigen Tierarzt zurate ziehen, denn viele Behandlungsmethoden sind gefährlich für Vögel. Um einerseits die Parasiten zu vernichten, andererseits die Vögel nicht zu vergiften, ist die Auswahl der Mittel beschränkt, Präparate wie .Stronghold, Ivomec oder Exner Petguard versprechen jedoch einen guten Behandlungserfolg. Um die Nordische Vogelmilbe endgültig loszuwerden, müssen Sie auch den Lebensraum der Vögel behandeln und desinfizieren. Gehen Sie dabei ebenso vor, wie weiter oben für die Rote Vogelmilbe beschrieben.

 



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