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Milben beim Wellensittich und anderen Vögeln

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Häufig ist vermehrtes Putzen bei Sittichen zu beobachten, wenn sie mit Milben befallen sind

Milben sind eine Unterklasse der Spinnentiere, die zum Stamm der Gliederfüßer gehören. Es gibt etwa 50.000 verschiedene Arten, die alle acht Beine haben, aber sich hinsichtlich ihrer Größe sehr voneinander unterscheiden. Die Kleinsten sind nur etwa 0,1 mm groß, während eine vollgesogene Zecke, die als die größte Milbenart gilt, es auf circa 3 cm bringt.
Nicht alle Milbenarten können Krankheiten übertragen oder verursachen, und nur einige sind in der Vogelhaltung relevant. Bei den Milben, die Sittichen und anderen Ziervögeln gefährlich werden können, handelt es sich um Parasiten, die sich im Gefieder, auf der Haut oder in den Atmungsorgane niederlassen. Die verschiedenen Milbenarten verursachen unterschiedliche Probleme und Krankheiten bei Vögeln:

  • Vogelmilben (Rote und Nordische) sind Blutsauger, die sich vom Blut der Vögel ernähren. Befallene Tiere leiden unter starkem Juckreiz, Müdigkeit und Erschöpfung. Da Vogelmilben auch auf den Menschen übergehen können, ist eine Behandlung dringend anzuraten.
  • Grabmilben ernähren sich von Hautzellen und Lymphe der Sittiche und graben kleine Röhren in die verhornten Teile der Haut. Einen Befall erkennt man an bräunlichem Schorf, mit dem die befallenen Stellen bedeckt sind.
  • Federmilben leben, wie der Name schon vermuten lässt, auf den Federn der Vögel. Wahrscheinlich ernähren sie sich von Teilen des Gefieders. Hält der Befall sich in Grenzen, leiden die Sittiche in der Regel nicht unter diesen Milben. Dennoch sollte man sie behandeln, damit es nicht zu Krankheitssymptomen kommt.
  • Luftsackmilben setzen sich in den Atmungsorganen der Sittiche fest und führen zu Atemproblemen und Atemnot bis hin zum Erstickungstod.
  • Zecken sind blutsaugende Milben, die sehr gefährlich sind, weil sie Überträger von schweren Krankheiten sein können und weil sie, relativ zur Blutmenge eines kleinen Vogels (Wellensittich, Kanarienvogel etc.), ihm ziemlich viel Blut entziehen. Von Zecken eingespritztes Gift kann zu tödlich endenden Blutergüssen führen. Zecken befallen überwiegend Vögel, die in Außenvolieren leben. Reine Stubenvögel können an eine Zecke durch ein anderes Wirtstier (Hund, Katze, Mensch) oder durch die Gabe von Wildkräutern, Gräsern oder frischen Zweigen kommen.

Tipp: Ausführliche Informationen über Vogelmilben,  Federmilben, Luftsackmilben und Grabmilben können Sie bei uns nachlesen.

 

 

Milben beim Wellensittich

 

Wellensittiche können genau wie andere Sittiche und Ziervögel von Milben heimgesucht werden. Besonders häufig treten bei ihnen die  Schnabel, Wachshaut und Füße befallenden Grabmilben auf. Aber auch Vogelmilben, Luftsackmilben und Federmilben sind bei Wellis zu finden. Die Anzeichen eines Befalls und die Behandlung der Milben erfolgen auf die gleiche Art und Weise wie bei anderen Vögeln. Auch hier ist besondere Vorsicht bei der Verwendung von handelsüblichen Sprays und anderen Mitteln gegen Milben anzuraten, da diese häufig giftig für die Wellensittiche sind (auch wenn sie als ungiftig beworben werden).

Info: Bevor Sie die Milben bekämpfen, sollten Sie auf jeden Fall einen vogelkundigen Tierarzt um Rat bitten!!!

 

Anzeichen und Symptome der Milben

Je nach dem, um welche Milbenart es sich handelt und wo sich angesiedelt hat, kommt es zu unterschiedlichen Symptomen bei den befallenen Vögeln. Häufig sieht man Veränderungen an der Haut und am Gefieder. Die Federn können zerrupft, struppig und abgenagt wirken und sind ohne Glanz, das Tier kann unter Juckreiz leiden, in manchen Fällen lassen sich auch borkige Wucherungen erkennen. Oft putzen und kratzen sich die Sittiche sich viel und wirken ziemlich unruhig. Bei einem Befall durch Luftsackmilben kommt das meist zu Problemen bei der Atmung bis hin zu schwerer Atemnot.
Das Spektrum der Symptome ist groß, da jede Milbenart einen Vogel auf ihre individuelle Art und Weise krank machen kann. An einigen Milben kann ein Sittich auch sterben.

 

Ursache: Woher kommen Milben beim Vogel?

Die meisten Milben werden durch direkten Kontakt der Sittiche untereinander übertragen, beispielsweise bei der gegenseitigen Fütterung, beim Schnäbeln oder beim gegenseitigen Putzen. Einige Milben können auch durch einen anderen Wirt (z.B. Säugetiere, Mensch) auf den Körper der Vögel gelangen. Oft findet die Infektion schon im Nestlingsalter durch die Eltern statt. Ein gutes Immunsystem hält den Befall so lange in Grenzen, bis das Tier durch Stress, falsche Ernährung oder eine andere Erkrankung geschwächt ist. Erst dann lassen sich die Folgen des Milbenbefalls erkennen.

 

 

Behandlung: was tun, wenn Sittiche Milben bekommen haben

Wenn man den Befall mit Milben bei Sittichen bemerkt, oder auch nur den Verdacht eines Milbenbefalls hegt, ist es wichtig, sie zu bekämpfen. Allerdings sollte man das nicht in Eigenregie tun. Suchen Sie einen vogelkundiger Tierarzt auf, der zunächst einmal herausfinden muss, ob es sich wirklich um Milben handelt, oder ob eine andere Ursache für die von Ihnen bemerkten Symptome verantwortlich ist.
Auch gibt es nicht ein Mittel gegen alle Milben Arten bei Sittichen. Gegen die Federmilben wird beispielsweise ein anderes Medikament verwandt als gegen die Grabmilbe, gegen die in leichten Fällen Paraffin helfen kann. Hausmittel und Homöopathie können den Gesundungsprozess unterstützen, ersetzen aber nicht die Bekämpfung mit wirksamen Medikamenten.
Vorsicht: viele Mittel gegen Milben sind für Vögel giftig, auch wenn sie im Zoofachhandel als vermeintlich ungiftig verkauft werden. Sie können zu Leberschäden, Atemproblemen und (nicht selten) zum Tod der Vögel führen. Auch wenn die Kosten für ein Spray, ein Puder oder eine Creme vermeintlich niedriger liegen als die entstehenden Tierarztkosten, fragen Sie unbedingt ihren vogelkundigen Tierarzt um Rat, damit Sie einem qualvollen Tod Ihrer Sittiche vorbeugen können!!! Was nützt es Ihnen, wenn alle Milben vernichtet sind, aber Ihre Vögel ebenfalls sterben.

 

Milben, die Wachshaut, Schnabel, Füße befallen

Wenn überwiegend Schnabel, Nase, Wachshaut, Augen, Beine, Füße, Kopf und Kloake eines Sittichs befallen sind, handelt es sich in der Regel um Grabmilben, die auch Räudemilben genannt werden. Auf der Haut des Vogels bilden sich Beläge, die wie Krusten oder Borken aussehen. In diesen Borken befinden sich kleine, mit bloßem Auge nur schwer erkennbare Löcher, bei denen es sich um die von den Milben gefressenen Gänge handelt. Hält der Befall durch die Milben längere Zeit an, kann der Vogelschnabel durch die Milben Gänge so großen Schaden nehmen, dass er abbricht. Für den Vogel ist das eine Katastrophe, die er in den meisten Fällen nicht überlebt.

 

Sind Milben auf Menschen übertragbar?

Auch hier muss man wieder sagen, es kommt darauf an, um welche Art es sich handelt. Die blutsaugenden Vogelmilben und Zecken beißen auch den Mensch, um an sein Blut zu gelangen. Andere Arten gehen nicht auf unsere Spezies über, können aber durch ihre Ausscheidungen (ähnlich wie Hausstaubmilben) bei empfindlichen Menschen eine Allergie hervorrufen. Je nach individuellem Reaktionsmuster kann es dabei zu Hautausschlägen oder Problemen mit der Atmung (Asthma) kommen.

 



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