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Luftsackmilben bei Wellensittich, Nymphensittich und Vögeln

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Luftsackmilben werden u.a. durch engen Kontakt übertragen (hier gesunde Rotbauchsittiche)

Luftsackmilben (Sternostoma tracheacolum), auch Luftröhrenmilben, Acariasis, Nasenmilben oder Lungenmilben genannt, gehören zu den Milben, die wiederum zu den Parasiten zählen, genauer gesagt zu den Endoparasiten (d.h. sie leben in, und nicht auf ihrem Wirt). Luftsackmilben ernähren sich von den Schleimhäuten und dem Blut in den Atemwegen von Vögeln.
Luftsackmilben sehen aus wie kleine Spinnentiere. Der Körper ist oval und sie besitzen acht Beine. Ihre Größe beträgt circa 400-700 µm. Die Weibchen wandern in die Lunge eines Vogels, um dort ihre Eier abzulegen. Nachdem die Larven aus den Eiern geschlüpft sind, durchlaufen sie zwei Nymphenstadien und es dauert noch drei Wochen bis zur völligen Reife der Milben.
Luftsackmilben befallen nur Vögel, sind jedoch nicht wirtsspezifisch, was bedeutet, dass sie in vielen verschiedene Vogelarten leben. Man findet sie bei Wildvögeln, bei Nutz Geflügel, wie Hühnern, Gänsen und Enten, bei Ziervögeln wie Sittichen, Papageien, Kanarien und Finken und bei Tauben.
Die Parasiten bevölkern die gesamten Atemwege (Nasenhölen, Luftröhre, Luftsäcke, Lunge), wobei die Luftröhre und der Bauch-Luftsack meist am schwersten befallen sind. Luftsackmilben lösen schwere Symptome aus, die, wenn sie nicht behandelt werden, meist zum Tod der Tiere führen.

Tipp: Ausführliche Informationen über Luftsäcke und das Atmungssystem von Sittichen finden Sie bei uns.

 

 

Luftsackmilben Symptome

Ein Befall mit Luftsackmilben ist vor allem durch Probleme mit der Atmung gekennzeichnet. Zunächst bemerkt man häufig, dass ein Vogel deutlich weniger zwitschert oder singt als gewöhnlich und dass seine Stimme heiser klingt oder sogar völlig versagt. Weitere Anzeichen für Luftsackmilben sind Nasenausfluss und zunehmende Schwierigkeiten beim Atmen, die vermehrt unter Belastung auftreten. Man kann sie daran erkennen, dass sich der Schwanz bei jedem Atemzug bewegt, der Vogel überwiegend durch den Schnabel atmet oder dass ein Geräusch (Knacken, Pfeifen, Quietschen, Ächzen, Keuchen) die Atmung begleitet.
Bei vielen betroffenen Vögeln ist häufiges Niesen oder ein so genanntes „trockenes Würgen“ zu beobachten, das aussieht, als würde ein Vogel erbrechen. Nach dem Würgen schüttelt der Vogel den Kopf, wobei jedoch weder Futter noch Schleim herausgeschleudert werden.
Werden Luftsackmilben nicht bekämpft, sind sie für Vögel oft tödlich. Die Tiere werden immer schwächer, das Allgemeinbefinden verschlechtert sich und einige Vögel magern deutlich ab. Letztendlich ersticken sie qualvoll.

 

Luftsackmilben Ursache

Auf die Frage, wie entstehen durch Luftsackmilben verursachte Krankheiten, kann man antworten, dass es mehrere Übertragungswege gibt. Luftsackmilben sind sehr ansteckend, und die Vögel können sich durch gegenseitiges Füttern, Schnäbeln, Tröpfcheninfektion (Einatmen von Luftsackmilben, die von anderen Vögeln „ausgehustet“ wurden),  (Feucht-) Futter und über das Trinkwasser infizieren.
Bis die Symptome eines Befalls erkennbar sind, können Wochen oder Monate vergehen. Eine Inkubationszeit von bis zu einem Jahr ist keine Seltenheit.

 

Luftsackmilben Diagnose

Luftsackmilben zu diagnostizieren ist nicht einfach, da sie sich im Inneren des Vogels aufhalten. Zunächst einmal muss der Tierarzt den Verdacht haben, dass die gesundheitlichen Probleme eines Vogels auf Luftsackmilben zurückzuführen sein können, denn andere Vogelkrankheiten zeigen ähnliche Symptome (z.B. Aspergillose, virale oder bakterielle Entzündungen, Kropfentzündung).
Bei der Untersuchung lassen sich Luftsackmilben in einigen Fällen im Kot der Tiere finden. Bei kleinen Vögeln kann man Luftsackmilben manchmal bei Gegenlicht oder im Licht einer Taschenlampe in den Nasenhöhlen und den oberen Atemwegen als kleine schwarze, sich langsam bewegende Punkte sehen. Bei großen Vögeln ist das in der Regel nicht möglich. Bei ihnen kann man Luftsackmilben nur durch eine Endoskopie oder eine Sektion (Leichenschau) eines toten Vogels nachweisen.

 

 

Luftsackmilben Therapie und Behandlung

Luftsackmilben sind extrem gefährlich für einen Vogel, deshalb ist der Gang zu einem vogelkundigen Tierarzt absolut notwendig. Führen Sie die Behandlung in eigener Regie durch, wird das wahrscheinlich zum Tod Ihres Tieres führen.
Es gibt ein sehr wirkungsvolles Mittel, was gut gegen Luftsackmilben hilft. Dabei wird dem Sittich ein Tropfen eines Medikaments auf die Haut, meist in den Nacken, gegeben. Diese Methode nennt man Spot-On Verfahren. Das Medikament wird von der Haut aufgenommen und verteilt sich im gesamten Körper des Vogels (vielleicht kennen Sie die Methode von der Bekämpfung der Zecken bei Hunden und Katzen).
Normalerweise verwendet der Tierarzt für die Behandlung von Vögeln den Wirkstoff Ivermectin, der unter den Handelsnamen Stronghold und Ivomec vertrieben wird.
Ivermectin ist ein Kontaktgift, das nicht gänzlich ungefährlich für Vögel ist. Von gesunden Tieren wird es meist problemlos vertragen, bei einem kränklichen, geschwächten Vogel kann es jedoch zu gesundheitlichen Störungen bis hin zum Tod führen. Je früher ein Sittich behandelt wird, desto besser ist sein Allgemeinbefinden und damit seine Chance, die Therapie unbeschadet zu überstehen.
Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere des Befalls mit den Parasiten. Meist muss sie im Abstand von einigen Tagen wiederholt werden.
Ist ein Vogel durch die Luftsackmilben in seinem Allgemeinbefinden sehr beeinträchtigt, sollte man ihn vor großen Anstrengungen schützen. Zudem kann man ihn mit Vitaminpräparaten (möglichst vom Tierarzt empfohlen) und durch die Bestrahlung mit einer Wärmelampe bei seinem Gesundungsprozess unterstützen.
Hausmittel und Homöopathie können ebenfalls den Gesundungsprozess unterstützen, ersetzen aber nicht die Bekämpfung mit wirksamen Medikamenten.

Vorsicht: Halten Sie sich bitte genau an die Anweisungen und die Dosierungsanleiung von Ihrem Tierarzt! Ivermectin ist ein Gift, das zuverlässig Luftsackmilben tötet, aber bei falscher Dosierung auch zum Tod Ihres Vogels führen kann.

Vorsicht: viele Mittel gegen Milben sind für Vögel giftig, auch wenn sie im Zoofachhandel als vermeintlich ungiftig verkauft werden. Sie können zu Leberschäden, Atemproblemen und (nicht selten) zum Tod der Vögel führen. Auch wenn die Kosten für ein Spray, ein Puder oder eine Creme vermeintlich niedriger liegen als die entstehenden Tierarztkosten, fragen Sie unbedingt ihren vogelkundigen Tierarzt um Rat, damit Sie einem qualvollen Tod Ihrer Sittiche vorbeugen können!!!

 

Luftsackmilben bekämpfen

Luftsackmilben kann man nur effektiv bekämpfen, wenn man eine adäquate Behandlung durchführt und zusätzlich auf eine gute Hygiene achtet. Da sich die Luftsackmilben vor allem über das Trinkwasser verbreiten, ist es besonders wichtig, diesen Übertragungsweg abzuschneiden, da sich die Vögel sonst immer wieder gegenseitig neu anstecken.
Verwenden Sie keine Trinknäpfe aus Plastik, da diese häufig kleine, für das menschliche Auge kaum sichtbare Risse aufweisen, in denen die Milben lange überleben. Ideal sind Näpfe aus Edelstahl oder Keramik. Reinigen Sie die Näpfe täglich mit heißem Wasser und lassen Sie sie mindestens 24 Stunden austrocknen. So minimieren Sie das Risiko einer permanenten Neuinfektion, denn Luftsackmilben liebe in ein feucht- warmes Milieu.

Info: Ausführliche Informationen über Futternäpfe und Trinkgefäße und wie sie gereinigt werden sollten, können Sie bei uns nachlesen.

 

Sind Luftsackmilben für Menschen gefährlich?

Viele Menschen fragen sich, was sie tun müssen, wenn bei ihren Vögel Luftsackmilben nachgewiesen wurden. Hier kann man beruhigen, denn Luftsackmilben befallen nur Vögel. Für Säugetiere sind sie nicht ansteckend und somit sind sie auch auf Menschen nicht übertragbar.

 

Luftsackmilben bei Wellensittich, Nymphensittich und Papagei

Bis vor einigen Jahren ging man davon aus, dass Luftsackmilben bei Papageien, Sittichen, Wellensittichen, Nymphensittichen, und anderen Australischen Sittichen nur sehr selten vorkamen. Heute gilt das jedoch nicht mehr. Die Zahl der Ansteckungen unter Sittichen und Papageien ist (leider) stark angestiegen und auch so manch ein Wellensittich hat unter den Plagegeistern zu leiden.
Bei nicht vogelkundigen Tierärzten kann es vorkommen, dass sich die neuen Erkenntnisse noch nicht durchgesetzt haben und ein Befall der Sittiche und Papageien mit den gefährlichen Parasiten deshalb übersehen wird. Für die Vögel ist das ein fataler Irrtum, den sie oft mit ihrem Leben b ezahlen müssen.

 

 

Luftsackmilben bei Kanarien, Gouldamadinen und Prachtfinken

Luftsackmilben findet man auf der ganzen Welt bei vielen verschiedenen Vogelarten. Besonders anfällig für diese Parasiten scheinen Kanarienvögel, Gouldamadinen, Zebrafinken und andere Prachtfinken und Finkenarten zu sein.
Bei der Behandlung von Finken ist zu beachten, dass einige dieser Vögel sehr empfindlich auf Ivermectin reagieren und durch das Medikament sterben können. Bei ihnen ist eventuell ein Spot-on Therapie mit einer TCPG Lösung (Trichlorphon-Propylenglycol) zu bevorzugen (die Entscheidung muss natürlich einen vogelkundigen Tierarzt treffen).

 



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