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Mykoplasmen und Mykoplasmose

Mykoplasmen (manchmal auch Mycoplasmen geschrieben) sind sehr kleine Bakterien, die im Gegensatz zu anderen Bakterien keine eigene Zellwand besitzen. Obwohl „Myko“ auf dem griechischen Wort für Pilz basiert, sind Mykoplasmen Bakterien, die nichts mit Pilzen und den daraus entstehenden Krankheiten zu tun haben. Der Name leitet sich vielmehr von ihrem Aussehen ab, das an Pilzgeflechte erinnert.
Mykoplasmen zählen zu den Parasiten und werden in 6 verschiedenen Gattungen eingeteilt. Sie können viele unterschiedliche (teils schwerwiegende) Krankheiten bei Menschen, Säugetieren, Fischen, Reptilien, Insekten, Vögel, und Pflanzen hervorrufen, die in den meisten Fällen nicht tödlich verlaufen sondern chronische Infektionen hervorrufen.
Als Mykoplasmose wird die Erkrankung, die durch Mykoplasmen hervorgerufen wird, bezeichnet. Die Mykoplasmose wird auch CRD genannt, was für Chronic Respiratora Disease steht. Die Erkrankung verläuft meist chronisch, viele infizierte Vögel können jedoch über einen langen Zeitraum hinweg ohne Symptome leben. Erst wenn ihr Immunsystem geschwächt ist (z.B. durch Stress oder andere Krankheiten) bricht die Mykoplasmose aus.

 

Mykoplasmen bei Wellensittichen und anderen Vogel Arten

Bis vor einigen Jahren war nur etwas über die Verbreitung der Mykoplasmen bei Geflügel, vor allem bei Hühnern und Puten, bekannt. Über das Vorkommen dieser gefährlichen Erreger bei Wellensittich, Papagei und anderen Ziervögeln wusste man fast nichts. Das hat sich in letzter Zeit jedoch geändert. Immer häufiger erkennt man Mykoplasmen als Ursache von Krankheiten bei Welli und anderen Sittichen. Für die Erkrankungen bei Geflügel und Ziervögeln sind die Erreger Mykoplasma gallisepticum und Mykoplasma synoviae verantwortlich.

 

Mykoplasmen Symptome

Die Symptome einer Mykoplasmeninfektion sind nicht eindeutig und klar abgrenzbar zu anderen Erkrankungen. Häufig ähnelt das Krankheitsbild den Anzeichen einer Erkältung.
Charakteristisch ist die Entzündung der oberen Atemwege. Das Atmen wird (Atmung mit geöffnetem Schnabel, Atemgeräusche, Bewegung des gesamten Vogelkörper bei jedem Atemzug), die Schleimbildung ist erhöht, die Nase läuft, das Tier hustet und niest häufig. Nicht selten sieht manWürgen und Erbrechen bei erkrankten Vögeln. Auch Entzündungen der Augen können beobachtet werden.
Sittiche und Papageien, die an Mykoplasmose leiden, fallen häufig durch eine erhöhte Anfälligkeit für andere Krankheiten auf. Wenn Vögel immer wieder an bakteriellen oder viralen Infekten leiden, können Mykoplasmen dahinter stecken.

 

Mykoplasmen Ansteckung

Mykoplasmose ist sehr ansteckend. Die Ansteckungsgefahr ist so hoch, da die kleinen Bakterien sowohl durch direkten Kontakt und Tröpfcheninfektion als auch über Futter und Wasser übertragbar sind.
Man kann davon ausgehen, dass der gesamte Schwarm infiziert ist, wenn bei nur einem Sittich Mykoplasmen nachgewiesen wurden. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Vögel Krankheitsanzeichen zeigen müssen. Einige Tiere tragen die Bakterien in sich, werden aber nie krank, bei anderen kann die Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt ausbrechen. Infizierte Vögel, die keine Symptome zeigen, können die Krankheit dennoch auf andere Vögel übertragen.
Mykoplasmose ist keine Zoonose, d.h. eine Übertragung von Vogel zu Mensch ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich und wurde in der Literatur auch noch nie beschrieben. Die  Mykoplasmen, die für Erkrankungen beim Menschen verantwortlich sind, gehören einer anderen Gattung an als die, die Vögeln gefährlich werden können.
Tipp: Es ist dringend davon abzuraten, neue Vögel in einen mit Mycoplasmen infizierten Schwarm zu setzen. Die (unter Umständen tödliche) Gefahr für die neuen Tiere ist viel zu groß.

 

Mykoplasmose Diagnose

 

Die Diagnostik einer Mykoplasmose ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht ganz einfach. Der Nachweis von Mykoplasmen ist so schwierig, weil die Bakterien sehr klein sind und man sie in einem „normalen“ Abstrich unter dem Mikroskop nicht erkennen kann. Selbst bei einer Obduktion wird die Mykoplasmose häufig übersehen. Für eine Diagnose muss der Tierarzt zunächst den Verdacht haben, dass ein Vogel an Mykoplasmose leiden könnte, daraufhin einen Rachenabstrich machen und diesen in ein spezialisiertes Labor zum Mykoplasmentest schicken. Da viele Tierärzte jedoch nicht wissen, dass Mykoplasmen nicht nur bei Geflügel sondern auch bei Ziervögeln auftreten können, wird die Untersuchung erst gar nicht in Auftrag gegeben und somit die Erkrankung auch nicht diagnostiziert.

 

Mykoplasmen Behandlung

 

Die Behandlung von Mykoplasmen ist sehr kompliziert und leider auch nicht immer vielversprechend. Viele Antibiotika (z.B. Penicillin), die sehr wirksam gegen herkömmliche Bakterien sind, setzen in ihrer Wirkung an der Zellwand eines Bakteriums an. Da Mykoplasmen keine Zellwand besitzen, bietet sich den Medikamenten keine Angriffsfläche und sie sind unwirksam.
Die Mykoplasmose bei Ziervögeln ist noch nicht sehr lange bekannt, deshalb stammen die therapeutischen Kenntnisse aus der Behandlung von Nutzgeflügel. In der Regel werden Hühner und Puten jedoch nicht länger als 1-2 Wochen medikamentös versorgt. Ist eine Krankheit bis dahin nicht ausgeheilt, werden die Tiere aus Kostengründen getötet. Die Behandlung einer Mykoplasmose ist jedoch sehr langwierig und so kommt es, dass man bis heute kaum Studien zur Behandlung von Mykoplasmen bei Vögeln gibt.

 

Mykoplasmen Therapie

 

Um die Mykoplasmen im Vogelkörper abzutöten, wird über mehrere Wochen ein Antibiotikum verabreicht. Welche Antibiotika eingesetzt werden, hängt vom behandelnden Tierarzt ab, in der Regel werden Tetracycline (z.B.Doxycyclin) oder Gyrasehemmer gegeben. Wie lange man Sittiche und Papageien mit Antibiotika behandeln muss, hängt von der Symptomatik bei den Vögeln ab. Man muss jedoch mit einer Therapiedauer von mehreren Wochen rechnen.
Mykoplasmen reagieren sehr empfindlich auf Desinfektionsmittel. Deshalb sind gute Hygiene und häufige Desinfektion (aber nur mit einem für Sittiche verträglichen Desinfektionsmittel, dass im Zoofachhandel erhältlich ist) als unterstützende Maßnahmen absolut unerlässlich.
Im Anschluss an die antibiotische Therapie kann man den Vögeln Pulver mit Milchsäurebakterien (z.B. Antibiophilus) geben, um die Darmflora wieder aufzubauen und damit das Immunsystem zu stärken. Einige Halter haben auch gute Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln zur Abwehrstärkung und der Gabe von Salbeitee gegen die starken Verschleimungen gemacht. Diese Maßnahmen können die Antibiotika jedoch nicht ersetzen, sondern lediglich die Therapie unterstützen.

 

Krankheitsverlauf bei Mykoplasmose

 

Der Verlauf der Mykoplasmose ist nicht eindeutig vorhersagbar. In vielen Fällen sind die klinischen Symptome gut zu behandeln und die Vögel wirken nach der Therapie gesund.
Bei einigen Tieren gehen die Symptome während der Therapie zurück, treten jedoch direkt nach Absetzen der Medikamente wieder auf.
Die Mykoplasmose kann auch zu einem späteren Zeitpunkt immer wieder auftreten, denn die gehen Mykoplasmen gehen nicht vollständig weg. Das bedeutet, eine Infektion mit Mykoplasmen heilt niemals völlig aus.

 

Info: Falls Ihre Vögel Symptome der Mykoplasmose, einer Erkältung oder anderer Krankheiten aufweisen, sollten Sie auf jeden Fall unverzüglich einen Fachtierarzt für Vögel aufsuchen.

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