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Hyperkeratose bei Wellensittichen und anderen Vögeln

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Hyperkeratose bei Wellensittichweibchen an der Wachshaut

Hyperkeratose bei Papagei und Sittich ist per Definition eine Erkrankung, die durch Veränderungen der Haut, des Schnabels  und der Nase gekennzeichnet ist. Die Haut ist im allgemeinen verdickt, schuppig und verhornt.
Sichtbare Symptome der Hyperkeratose treten in vielen Fällen vor allem an Füßen und Beinen (Ständer) und der Wachshaut der Vögel auf. Auch der Schnabel zeigt häufig Veränderungen. Seine Oberfläche ist nicht mehr eben und glatt sondern wirkt eher rau. Zudem können sich Risse bilden und Teile des Horns absplittern.
Auf der trockenen Haut der Ständer bilden sich starke Verhornungen, die wie eine Kruste oder Borke aussehen. In der Folge kann es zu Durchblutungsstörungen und Schwellungen der Beine und Füße kommen. Die Vögel belasten nun ihre Füße nicht mehr richtig und es können die sehr schmerzhaften Sohlengeschwüre entstehen.

 

 

Hyperkeratose an der Wachshaut

Besonders häufig tritt die Hyperkeratose an der Wachshaut auf (das ist der Bereich über dem Schnabel, wo sich die Nasenlöcher befinden). In diesen Fällen wird die Krankheit auch als Hypertrophie bezeichnet.
Die von einer Hyperkeratose betroffene Wachshaut ist stark verhornt, was sich unschwer an den dicken Krusten im Nasenbereich erkennen lässt. Diese Wucherungen sind meist dunkelbraun gefärbt. Sie finden sich vor allem bei weiblichen Wellensittichen.
Sind die Wucherungen an der Nase und der Wachshaut nicht allzu gravierend, müssen sie für einen Vogel nicht unbedingt schlimm sein. In vielen Fällen fallen sie nach einiger Zeit von alleine ab oder werden durch Reiben an Ästen von dem betroffenen Tier selbst entfernt. Auch wenn kleine Krusten stehen bleiben, ist das in der Regel nicht weiter schlimm. Anders sieht es jedoch aus, wenn das Wachstum immer weiter fortschreitet und die Nasenlöcher langsam zuwachsen. Kurzatmigkeit, Atemnot und im Extremfall der Erstickungstot können die Folge sein.
Tipp: Bei ersten Anzeichen von Problemen bei der Atmung sollten Sie auf jeden Fall umgehend einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen.

 

Hyperkeratose beim Wellensittich

Hyperkeratose kommt bei Wellensittichen ziemlich häufig vor. Sie ist überwiegend bei Wellensittich Hennen zu beobachten, da diese ohnehin nicht selten zu einem gesteigerten Hornwachstum an der Wachshaut neigen. Vor allem wenn ein Weibchen sich in Brutstimmung befindet, sieht man bei ihr oft dunkelbraune Verkrustungen über dem Schnabel. Diese können durch hormonelle Veränderungen hervorgerufen werden. Bei Männchen und bei noch nicht geschlechtsreifen Weibchen kommen die Wucherungen fast nie vor.

 

Hyperkeratose Ursachen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung einer Hyperkeratose.
Tritt die Krankheit an der Wachshaut auf, kann der Hormonspiegel des Vogels ein auslösender Faktor sein. Hinzu kommt in den meisten Fällen ein Nährstoffmangel, der häufig durch falsche Ernährung hervorgerufen wird.
Für die Hyperkeratose an Füßen und Beinen gibt es verschiedene Auslöser. In einigen Fällen ist ein Vitamin A Mangel verantwortlich für das Ausbrechen der Krankheit. Oft führen jedoch Fehlbelastungen durch Übergewicht oder falsche Sitzstangen (zu dünn, Plastik etc.) zu der übermäßigen Verhornung der Füße (ähnlich wie bei der Schwielenbildung an Händen und Füßen von Menschen, die auch durch Überbelastung oder permanenten Druck durch zu enge Schuhe entstehen).

 

Hyperkeratose Behandlung

Die erforderlichen Maßnahmen zur Behandlung der Hyperkeratose hängen davon ab, welche Körperteile betroffen und wie stark sie in Mitleidenschaft gezogen sind.
Sind die Beine des Vogels geschwollen, sollte der Fußring fachkundig entfernt werden, da er ansonsten in das Bein schneidet, was wiederum zu Wunden oder im schlimmsten Fall zum Absterben des Gewebes (Nekrose) führen kann. Auf jeden Fall sollte möglichst schnell einen vogelkundigen Tierarzt aufgesucht werden.
Hat die Verhornung des Fußes zu einem Sohlen- bzw. Ballengeschwür geführt, ist auch in diesem Fall möglichst schnell ein Tierarzt aufzusuchen, da so ein Geschwür dem Vogel große Schmerzen bereitet..
Wucherungen auf der Wachshaut, die durch Hyperkeratose entstanden, sind in der Regel nicht gefährlich, es sei denn, sie sind so ausgeprägt, dass es zu Atemproblemen kommt.
Für Laien ist es jedoch nicht erkennbar, ob die Verhornungen wirklich harmlos sind. Es können auch andere Krankheiten (z.B. Tumor, Grabmilben, Nährstoffmangel) dahinter stecken, die einer dringenden Behandlung durch einen vogelkundigen Tierarzt bedürfen.

 

Hyperkeratose Therapie

Um die Wucherungen und Verkrustungen zu entfernen, können spezielle Öle oder Salben verwendet werden, deren Bestandteile die Hornschichten vorsichtig auflösen.
Geeignet sind unbehandelte Sonnenblumenöle (Bio Qualität) und andere hochwertige unbehandelte Speiseöle. Die betroffenen Stellen werden mit dem Öl dünn eingerieben. Sind nur Füße und Beine betroffen, kann man auch Teebaumöl verwenden. Da das Teebaumöl keinesfalls vom Vogel mit der Zunge abgeleckt werden sollte, ist äußerste Vorsicht angeraten. Tragen Sie das Öl nur sehr sparsam und dünn auf und reiben Sie es gut ein.
Hornhaut lösende Salben mit den Wirkstoffen Salicyl, Bor oder Vitamin A lösen die Wucherungen schneller auf als Öle, sind aber auch mit mehr Vorsicht zu genießen. Achten Sie darauf, dass die Salben nicht mit den Schleimhäuten Ihres Sittichs in Berührung kommen! Die Salben sollten nur sehr dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen und gut eingetrieben werden.
Ist die Hyperkeratose bei einem Vogel besonders stark ausgeprägt oder sehr hartnäckig, können Spritzen mit Vitamin A hilfreich sein.

Info: Bitte entscheiden Sie nicht selber, wie Ihr Vogel behandelt werden soll. Nur ein vogelkundiger Tierarzt hat die fachliche Kompetenz, zu entscheiden, welche Ursache den Haut- und Schnabelveränderungen zugrunde liegt und welche Behandlungsmethode sinnvoll ist.

 

 

Hyperkeratose Ernährung und Haltungsanpassung

Es gibt einige Maßnahmen, die eine Heilung von der Hyperkeratose fördern bzw. die das Risiko der Entstehung dieser Krankheit stark vermindern.

  1. Achten Sie auf eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung. Viel Obst, Gemüse, Kräuter und Grünfutter, kein altes und überlagertes Körnerfutter und eventuell die Gabe von extrudiertem Futter sind die Grundlage einer gesunden Fütterung von Sittichen und Papageien.
  2. Verwenden Sie artgerechte Sitzgelegenheiten. Äste aus Naturholz in unterschiedlichen Stärken, Seile und Sitzbretter (für Vögel mit schmerzenden Füßen)  machen das Auftreten der Hyperkeratose an Beinen und Füßen weniger wahrscheinlich.
  3. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung. Animieren Sie Ihre Vögel zum Fliegen und Klettern, aber jagen und scheuchen Sie sie nicht.

 



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