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Steinsittiche

Steinsittiche (Pyrrhura rupicola), englisch Black-capped Conure, gehören zur Gattung der Rotschwanzsittiche (Pyrrhura) und kommen ursprünglich aus Südamerika, genauer aus Zentral Peru. Man findet sie außerhalb der Brutzeit meist in Schwärmen mit bis zu 30 Tieren.
Der Lebensraum der Steinsittiche beschränkt sich nicht allein auf die Baumkronen der Regenwälder, sie halten sich auch in bewaldeten Regionen der Anden auf.
In freier Natur waren Steinsittiche früher häufig anzutreffen, seit 2012 werden sie jedoch auf der Roten Liste als „gering bedroht“ geführt. In menschlicher Obhut findet man sie ziemlich regelmäßig. Sie sind sehr intelligent, neugierig, am Menschen interessiert und werden relativ leicht zahm. Steinsittiche sind bei CITES in Anhang 2 gelistet.

Steinsittich Aussehen

Steinsittiche werden etwa 25 cm groß. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Für eine genaue Geschlechtsbestimmung benötigt man eine Endoskopie oder eine DNA Bestimmung.
Das Gefieder vom Steinsittich ist überwiegend grün. Stirn und Scheitel sind dunkelbraun, Hinterkopf, Hals, Oberbrust und Nacken sind ebenfalls dunkelbraun, wobei jede Feder hell gesäumt ist.  Am Bauch befindet sich ein blasser, kleiner roter Fleck. Die Handdecken und der Flügelsaum sind leuchtend rot. Die Handschwingen schimmern bläulich. Die Schwanzunterseite ist dunkelgrau.
Der weiße Augenring ist nackt, die Iris braun, Schnabel und Füße sind grau.
Die jungen Vögel sehen aus wie die Elterntiere, nur ihre Flügelsäume und Handdecken sind noch grün.

 

Steinsittich Unterarten

Bei den Steinsittichen gibt es neben der Nominatform noch eine Unterart, den Sandia-Steinsittich (Pyrrhura rupicola sandiae). Er unterscheidet sich von der Nominatform dadurch dass auf seinem Hinterkopf keine Säumung zu sehen ist und die Säumung an Hals und Brust wesentlich schmaler ausfällt. Der Sandia-Steinsittich lebt in Brasilien, Peru und Bolivien.

 

Steinsittiche Haltung

Steinsittiche sollten keinesfalls als Einzeltiere gehalten werden, da sie genau wie andere Papageien sehr gesellige Vögel sind. Gegenüber ihren Artgenossen sind sie nicht sehr aggressiv. Bei ausreichend Platz können sie außerhalb der Brutzeit in kleinen Schwärmen gemeinsam gehalten werden. Allerdings sollte man sie nicht mit anderen Arten zusammen halten, da sie territorial und aggressiv werden können.

Da Steinsittiche sehr aktive Papageien sind, benötigen sie viel Platz. Werden sie im Käfig gehalten, brauchen sie täglich mehrere Stunden Freiflug. Entscheiden Sie sich für einen Volierenhaltung, sollte diese mindestens 3 m lang sein, um dem ausgeprägten Flugbedürfnis der Sittiche Rechnung zu tragen. Temperaturen unter 10 °C vertragen sie nicht, deshalb benötigen Steinsittiche in einer Außenvoliere ein beheizbares Schutzhaus. Über Nacht sollte den Vögeln ganzjährig ein Schlafkasten zur Verfügung gestellt werden. Um ihren Bruttrieb nicht anzuregen, empfiehlt es sich, den Schlafkasten tagsüber zu entfernen.
Weitere Info finden Sie unter Pyrrhura Haltung.

 

Steinsittiche Verhalten

Steinsittiche sind sehr agile Vögel, die besonders viel fliegen. Genau wie andere Pyrrhura Arten baden sie gerne. Steinsittiche gehören zu den mittellauten Papageien. Den größten Teil des Tages sind sie recht leise, bei Aufregung können sie jedoch sehr laut schreien. Wenn sich fremde Personen nähern, werden sie ebenfalls sehr laut. Halten Sie Pyrrhura in Ihrer Wohnung, können Sie sich einen Wachhund getrost sparen. Steinsittiche sind neugierige Vögel, die ihren Menschen gegenüber anfangs relativ scheu sind, mit der Zeit aber zutraulich werden.
Ausführliche Informationen finden Sie unter der Rubrik Sittich Verhalten

 

Steinsittiche Ernährung

Bei der Ernährung der Steinsittiche sollte berücksichtigt werden, dass mindestens 40 % des Tagesbedarfs durch Obst und Gemüse gedeckt werden. Die Basis des Futters bildet eine Körnermischung für Großsittiche mit möglichst wenigen Sonnenblumenkernen. Zusätzlich sollten Äste zum Benagen gereicht werden, da diese Sittichart ein starkes Nagelbedürfnis verspürt..
Ausführliche Informationen finden Sie unter der Rubrik Sittich Ernährung.

 

Steinsittiche Zucht

Die Zucht von Steinsittichen ist unkompliziert und gelingt regelmäßig, wie bei vielen anderen Pyrrhuraarten auch.Während der Brutzeit sollte der Züchter die Paare jedoch separieren, da sie sich bei der Brut sonst gegenseitig stören.
Die Brutpaare wählen gern zwischen hoch- und querformatigen Nistkästen aus. Sie legen 4-8 Eier im Abstand von zwei Tagen, die 23 Tage bebrütet werden. Nach 45-50 Tagen verlassen die Küken das Nest, nach weiteren drei Wochen sind sie futterfest und selbstständig.                                                                                                                            Weitere Informationen finden Sie unter Pyrrhura Zucht.

 

Steinsittiche kaufen

Bevor Sie Steinsittiche kaufen, sollten Sie überlegen, ob Sie diesen Tieren geeignete Haltungsbedingungen bieten können. Der Preis für ein Paar liegt bei etwa 120 € bis 200 €. Auf der Suche nach Steinsittichen stoßen Sie eventuell auf Menschen, die versuchen, „gebrauchte“ Sittiche zu verkaufen. Die Übernahme von Vögeln, die ansonsten im Tierheim landen oder schlimmstenfalls einfach freigelassen würden, ist sicherlich mehr als nur eine Überlegung wert.
Überlegungen die grundsätzlich vor dem Kauf von Sittichen erfolgen sollten und was bei der Auswahl der Vögel zu beachten ist, können Sie auf unseren Seiten mit allgemeinen Hinweisen nachlesen.

Steinsittiche: meldepflichtig

Für alle Pyrrhuraarten besteht eine Meldepflicht bei den örtlichen Behörden. In den meisten Bundesländern ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig, in NRW allerdings das Umweltamt. Die Anmeldung ist kostenlos. Man benötigt dazu ein Formular, dass entweder online oder bei der Behörde direkt erhältlich ist. Desweiteren muss man eine Herkunftsbescheinigung des Züchters vorlegen, die belegt, dass der gekaufte Sittich aus einer legalen, europäischen Nachzucht stammt. Auch die Ringnummer und das Geschlecht des Vogels müssen angegeben werden.
Falls ein Sittich nicht aus der EU stammt, benötigt man eine CITES Bescheinigung.
Weitere Informationen über Meldepflicht, CITES Bescheinigung und das Washingtoner Artenschutzabkommen finden Sie auf unseren Seiten.

 



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