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Schwarzschwanzsittiche

Schwarzschwanzsittiche (Pyrrhura melanura), englisch Maroon-tailed Conure, gehören zur Gattung der Rotschwanzsittiche (Pyrrhura) und kommen ursprünglich aus Südamerika, genauer aus Peru, Brasilien, Venezuela und Kolumbien. Man findet sie dort auf einer Höhe von 150 m-1400 m, außerhalb der Brutzeit meist in Schwärmen mit bis zu 35 Tieren.
Der Lebensraum der Schwarzschwanzsittiche beschränkt sich nicht allein auf die Baumkronen der Regenwälder und Nebelwälder, sie halten sich auch an Waldrändern und in der Sekundärvegetation auf.
In freier Natur sind Schwarzschwanzsittiche häufig anzutreffen, in menschlicher Obhut findet man sie hingegen nur relativ selten. Die Unterarten Berlepsch-Sittich und Chapman-Sittich scheinen in Europa zurzeit überhaupt nicht gehalten zu werden.

 

Schwarzschwanzsittiche Aussehen

Schwarzschwanzsittiche werden etwa 24 cm groß. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Für eine genaue Geschlechtsbestimmung benötigt man eine Endoskopie oder eine DNA Bestimmung.

Das Gefieder vom Schwarzschwanzsittich ist überwiegend grün. Stirn, Scheitel, Hinterkopf und Nacken sind braun,  jede Feder ist grün gesäumt. Der seitliche Nacken, Hals und Oberbrust sind grün, wobei jede Feder hell gesäumt ist. Auch die blauen Handschwingen haben an den Außenfahnen einen grünen Saum. Die Handdecken sind rot,  aber das Ende jeder einzelnen Feder ist durch eine gelbe Spitze markiert. Der grüne Schwanz ist an seiner Oberseite braunrot, an der Unterseite schwarz grau.
Der weiße Augenring ist nackt, die Iris braun, Schnabel und Füße sind grau.
Die jungen Vögel sehen aus wie die Elterntiere, nur ihre Handdecken sind teilweise grün und die Brustsäumung ist schmaler.

Schwarzschwanzsittich Unterarten

Bei den Schwarzschwanzsittichen gibt es neben der Nominatform noch 4 Unterarten:

– Souance-Schwarzschwanzsittich (Pyrrhura melanura souancei), unterscheidet sich von der Nominatform durch einen roten Flügelsaum und das Fehlen der gelben Spitzen an den Handdecken Er lebt in Kolumbien, Ecuador und Peru.

– Berlepsch-Sittich (Pyrrhura melanura berlepschi), unterscheidet sich von der Nominatform durch einen kräftigeren roten Bauchfleck, ein helleres Grün der Ohrdecken und das Fehlen der grünen Säume an Stirn und Scheitel. Er lebt in Peru und Ecuador.

– Pazifik-Schwarzschwanzsittich (Pyrrhura melanura pacifica), hat einen kürzeren Schwanz als die Nominatform, keine gelben Spitzen an den Handdecken und einen roten Flügelsaum. Er lebt in Ecuador und Kolumbien.

– Chapman-Sittich (Pyrrhura melanura chapmani), unterscheidet sich von der Nominatform durch einen ungesäumten, braunen Scheitel, grüne und rote Handdecken und durch braune, hell gesäumte Federn an Hals, Brust und Nacken. Zudem ist er mit 26 cm etwas größer als die Nominatform. Er lebt in Kolumbien.

 

Schwarzschwanzsittiche Haltung

Schwarzschwanzsittiche sollten keinesfalls als Einzeltiere gehalten werden, da sie genau wie andere Papageien sehr gesellige Vögel sind. Gegenüber ihren Artgenossen sind sie nicht sehr aggressiv. Bei ausreichend Platz können sie sogar während der Brutzeit in kleinen Schwärmen gemeinsam gehalten werden. Allerdings sollte man sie nicht mit anderen Arten zusammen halten, da sie während der Brut- und Balzzeit territorial und aggressiv werden können.
Da Schwarzschwanzsittiche sehr aktive Papageien sind, benötigen sie viel Platz. Werden sie im Käfig gehalten, brauchen sie täglich mehrere Stunden Freiflug. Entscheiden Sie sich für einen Volierenhaltung, sollte diese mindestens 3 m lang sein, um dem ausgeprägten Flugbedürfnis der Sittiche Rechnung zu tragen. Temperaturen unter 10 °C vertragen sie nicht, deshalb benötigen Schwarzschwanzsittiche in einer Außenvoliere ein beheizbares Schutzhaus. Über Nacht sollte den Vögeln ganzjährig ein Schlafkasten zur Verfügung gestellt werden.
Weitere Info finden Sie unter Pyrrhura Haltung.

 

Schwarzschwanzsittiche Verhalten

Schwarzschwanzsittiche sind sehr agile Vögel, die besonders viel fliegen. Genau wie andere Pyrrhura Arten baden sie gerne. Schwarzschwanzsittiche gehören zu den mittellauten Papageien. Den größten Teil des Tages sind sie recht leise, bei Aufregung können sie jedoch sehr laut schreien. Wenn sich fremde Personen nähern, werden sie ebenfalls sehr laut. Halten Sie Pyrrhura in Ihrer Wohnung, können Sie sich einen Wachhund getrost sparen.  Schwarzschwanzsittiche sind neugierige Vögel, die ihren Menschen gegenüber anfangs relativ scheu sind, mit der Zeit aber zutraulich werden. Auffällig ist ihre enge Beziehung zu ihrem Partnervogel. Die Sittiche kraulen sich viel und unternehmen fast alles zusammen.
Ausführliche Informationen finden Sie unter der Rubrik Sittich Verhalten 

Schwarzschwanzsittiche Ernährung

Bei der Ernährung der Schwarzschwanzsittiche sollte berücksichtigt werden, dass mindestens 40 % des Tagesbedarfs durch Obst und Gemüse gedeckt werden. Die Basis des Futters bildet eine Körnermischung für Großsittiche mit möglichst wenigen Sonnenblumenkernen. Zusätzlich sollten Äste zum Benagen gereicht werden, da diese Sittichart ein starkes Nagelbedürfnis verspürt.
Ausführliche Informationen finden Sie unter Sittich Ernährung  

 

Schwarzschwanzsittiche Zucht

Die Zucht von Schwarzschwanzsittiche ist nicht so einfach wie bei anderen Pyrrhuraarten, da viele Paare in Gefangenschaft erst gar nicht mit der Brut beginnen. Obwohl die Vögel selten Aggressionen zeigen, ist es für einen Züchter sinnvoller, sie während der Brutzeit zu separieren, da sie sich sonst gegenseitig stören.
Die Brutpaare wählen gern zwischen hoch- und querformatigen Nistkästen aus. Sie legen 4-5 Eier im Abstand von zwei Tagen, die 23 Tage bebrütet werden. Nach 45-50 Tagen verlassen die Küken das Nest, nach weiteren drei Wochen sind sie futterfest und selbstständig.

Weitere Informationen finden Sie unter Pyrrhura Zucht.

 

Schwarzschwanzsittiche kaufen

Bevor Sie Schwarzschwanzsittiche kaufen, sollten Sie überlegen, ob Sie diesen Tieren geeignete Haltungsbedingungen bieten können. Auf der Suche nach Schwarzschwanzsittichen stoßen Sie eventuell auf Menschen, die versuchen, „gebrauchte“ Sittiche zu verkaufen. Die Übernahme von Vögeln, die ansonsten im Tierheim landen oder schlimmstenfalls einfach freigelassen würden, ist sicherlich mehr als nur eine Überlegung wert.
Überlegungen die grundsätzlich vor dem Kauf von Sittichen erfolgen sollten und was bei der Auswahl der Vögel zu beachten ist, können Sie auf unseren Seiten mit allgemeinen Hinweisen nachlesen.

 

Schwarzschwanzsittiche: meldepflichtig

Für alle Pyrrhuraarten besteht eine Meldepflicht bei den örtlichen Behörden. In den meisten Bundesländern ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig, in NRW allerdings das Umweltamt. Die Anmeldung ist kostenlos. Man benötigt dazu ein Formular, dass entweder online oder bei der Behörde direkt erhältlich ist. Desweiteren muss man eine Herkunftsbescheinigung des Züchters vorlegen, die belegt, dass der gekaufte Sittich aus einer legalen, europäischen Nachzucht stammt. Auch die Ringnummer und das Geschlecht des Vogels müssen angegeben werden.
Falls ein Sittich nicht aus der EU stammt, benötigt man eine CITES Bescheinigung.
Weitere Informationen über Meldepflicht, CITES Bescheinigung und das Washingtoner Artenschutzabkommen finden Sie auf unseren Seiten.

 



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