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Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittich (Pyrrhura snethlageae), englisch Madeira Painted Conure, gehören zur Gattung der Rotschwanzsittiche (Pyrrhura) und kommen ursprünglich aus Südamerika, genauer aus Brasilien und Bolivien. Sie leben dort in Wäldern und an Waldrändern in einer Höhe bis 600 m. Besonders gern halten sie sich in der Nähe von Flüssen auf. Man sieht Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche außerhalb der Brutzeit meist paarweise oder in kleinen Schwärmen mit 5-12 Tieren, in größeren Gruppen sind sie nur bei der Nahrungsaufnahme und ein Lehmbänken aufzufinden. In freier Natur sind sie häufig anzutreffen.
Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche befinden sich nicht allzu häufig in menschlicher Obhut, obwohl sie am Menschen interessiert sind und relativ leicht zahm werden.

 

 

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche Aussehen

Madeira-Blaustirn -Rotschwanzsittiche werden etwa 20 cm groß. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Für eine genaue Geschlechtsbestimmung benötigt man eine Endoskopie oder eine DNA Bestimmung.
Das Gefieder vom Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittich ist überwiegend grün. Stirn,Vorderscheitel, Hinterkopf und Nacken sind dunkelbraun, wobei die Stirn leicht blau schimmert. Die Ohrdecken sind hellbraun. Die Brust ist graubraun, wobei jede Feder hell gesäumt ist. Bauch, Schwanz und der hintere Rücken  sind rot-braun gefärbt. Die Außenfahnen der Handschwingen sind blau.
Der dunkelgraue Augenring ist nackt, die Iris braun und Schnabel und Füße sind grau.
Die jungen Vögel sehen aus wie die Elterntiere, nur ihr Gefieder ist noch nicht so leuchtend.

 

Christalino-Rotschwanzsittiche

Bei den Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittichen gibt es eine Unterart, den Christalino-Rotschwanzsittich (Pyrrhura snethlageae lucida). Mit einer Größe von 18 cm ist er etwas kleiner als die Nominatform. Sein Brustgefieder ist deutlich heller, die Färbung seines Scheitels fast schwarz. Christalino-Rotschwanzsittiche leben in Brasilien.

 

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche Haltung

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche sollten keinesfalls als Einzeltiere gehalten werden, da sie genau wie andere Papageien sehr gesellige Vögel sind. Gegenüber ihren Artgenossen sind sie nicht sehr aggressiv. Bei ausreichend Platz können sie außerhalb der Brutzeit in kleinen Schwärmen gemeinsam gehalten werden. Allerdings sollte man sie nicht mit anderen Arten zusammen halten, da sie territorial und aggressiv werden können.
Da Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche sehr aktive Papageien sind, benötigen sie viel Platz. Werden sie im Käfig gehalten, brauchen sie täglich mehrere Stunden Freiflug. Entscheiden Sie sich für einen Volierenhaltung, sollte diese mindestens 3 m lang sein, um dem ausgeprägten Flugbedürfnis der Sittiche Rechnung zu tragen. Temperaturen unter 10 °C vertragen sie nicht, deshalb benötigen Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche in einer Außenvoliere ein beheizbares Schutzhaus. Über Nacht sollte den Vögeln ganzjährig ein Schlafkasten zur Verfügung gestellt werden.
Weitere Info finden Sie unter Pyrrhura Haltung.

 

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche Verhalten

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche sind sehr agile Vögel, die besonders viel fliegen. Genau wie andere Pyrrhura Arten baden sie gerne. Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche gehören zu den mittellauten Papageien. Den größten Teil des Tages sind sie recht leise, bei Aufregung können sie jedoch sehr laut schreien. Wenn sich fremde Personen nähern, werden sie ebenfalls sehr laut. Halten Sie Pyrrhura in Ihrer Wohnung, können Sie sich einen Wachhund getrost sparen.  Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche sind neugierige Vögel, die ihren Menschen gegenüber anfangs relativ scheu sind, mit der Zeit aber zutraulich werden.
Ausführliche Informationen finden Sie unter Sittiche Verhalten.

 

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche Ernährung

Bei der Ernährung der Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche sollte berücksichtigt werden, dass mindestens 40 % des Tagesbedarfs durch Obst und Gemüse gedeckt werden. Die Basis des Futters bildet eine Körnermischung für Großsittiche mit möglichst wenigen Sonnenblumenkernen. Zusätzlich sollten Äste zum Benagen gereicht werden, da diese Sittichart ein starkes Nagelbedürfnis verspürt..
Ausführliche Informationen finden Sie unter Sittich Ernährung.

 

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche Zucht

Die Zucht von Madeira-Blaustirn Rotbauchsittichen ist nicht so einfach wie bei anderen Pyrrhuraarten. Sie gelingt häufig nicht. Während der Brutzeit sollte der Züchter die Paare separieren, da sie sich bei der Brut sonst gegenseitig stören.
Die Brutpaare wählen gern zwischen hoch- und querformatigen Nistkästen aus. Sie legen 4-5 Eier im Abstand von zwei Tagen, die 23 Tage bebrütet werden. Nach 45-50 Tagen verlassen die Küken das Nest, nach weiteren 3-4 Wochen sind sie futterfest und selbstständig.
Weitere Informationen finden Sie unter Pyrrhura Zucht.

Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche kaufen

Bevor Sie Madeira-Blaustirn-Rotschwanzsittiche kaufen, sollten Sie überlegen, ob Sie diesen Tieren geeignete Haltungsbedingungen bieten können. Auf der Suche nach Madeira-Blaustirn Rotschwanzsittichen stoßen Sie eventuell auf Menschen, die versuchen, „gebrauchte“ Sittiche zu verkaufen. Die Übernahme von Vögeln, die ansonsten im Tierheim landen oder schlimmstenfalls einfach freigelassen würden, ist sicherlich mehr als nur eine Überlegung wert.
Überlegungen die grundsätzlich vor dem Kauf von Sittichen erfolgen sollten und was bei der Auswahl der Vögel zu beachten ist, können Sie auf unseren Seiten mit allgemeinen Hinweisen nachlesen.

 

Madeira Blaustirn-Rotschwanzsittiche: meldepflichtig

Für alle Pyrrhuraarten besteht eine Meldepflicht bei den örtlichen Behörden. In den meisten Bundesländern ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig, in NRW allerdings das Umweltamt. Die Anmeldung ist kostenlos. Man benötigt dazu ein Formular, dass entweder online oder bei der Behörde direkt erhältlich ist. Desweiteren muss man eine Herkunftsbescheinigung des Züchters vorlegen, die belegt, dass der gekaufte Sittich aus einer legalen, europäischen Nachzucht stammt. Auch die Ringnummer und das Geschlecht des Vogels müssen angegeben werden.
Falls ein Sittich nicht aus der EU stammt, benötigt man eine CITES Bescheinigung.
Weitere Informationen über Meldepflicht, CITES Bescheinigung und das Washingtoner Artenschutzabkommen finden Sie auf unseren Seiten.

 



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