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Blaustirn-Rotschwanzsittiche

Blaustirn-Rotschwanzsittiche (Pyrrhura picta), englisch Painted Conure, gehören zur Gattung der Rotschwanzsittiche (Pyrrhura) und kommen ursprünglich aus Südamerika, genauer aus Venezuela, Guyana und Brasilien. Sie leben dort in Wäldern und an Waldrändern. Man sieht Blaustirn-Rotschwanzsittiche außerhalb der Brutzeit meist paarweise oder in kleinen Schwärmen mit 5-12 Tieren, manchmal auch in größeren Gruppen. In freier Natur sind sie häufig anzutreffen und gehören nicht zu den bedrohten Arten.
Blaustirn-Rotschwanzsittiche befinden sich nur selten in menschlicher Obhut, obwohl sie am Menschen interessiert sind und relativ leicht zahm werden. Früher schrieb man den Pyrrhura picta 8 Unterarten zu,  neuere wissenschaftliche Erkenntnisse haben jedoch gezeigt, dass es sich dabei jeweils um eigene Arten handelt.

 

 

Blaustirn-Rotschwanzsittiche Aussehen

Blaustirn -Rotschwanzsittiche werden etwa 22 cm groß. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Für eine genaue Geschlechtsbestimmung benötigt man eine Endoskopie oder eine DNA Bestimmung.
Das Gefieder vom Blaustirn-Rotschwanzsittich ist überwiegend grün. Seine Stirn und der Vorderscheitel sind blau während Hinterkopf und Nacken dunkelbraun sind. Die Ohrdecken sind braun weiß. Zügel, Schwanz, Rücken und Wangen sind rot-braun. Der seitliche Nacken, Hals und Oberbrust sind grau braun, wobei jede Feder hell gesäumt ist. Die Handdecken und die Außenfahnen der Handschwingen sind blau.
Der dunkelgraue Augenring ist nackt, die Iris braun und Schnabel und Füße sind grau.
Die jungen Vögel sehen aus wie die Elterntiere, nur ihr Gefieder ist noch nicht so leuchtend.

 

Pyrrhura picta Haltung

Blaustirn-Rotschwanzsittiche sollten keinesfalls als Einzeltiere gehalten werden, da sie genau wie andere Papageien sehr gesellige Vögel sind. Gegenüber ihren Artgenossen sind sie nicht sehr aggressiv. Bei ausreichend Platz können sie außerhalb der Brutzeit in kleinen Schwärmen gemeinsam gehalten werden. Allerdings sollte man sie nicht mit anderen Arten zusammen halten, da sie während der Brut- und Balzzeit territorial und aggressiv werden können.
Da Blaustirn-Rotschwanzsittiche sehr aktive Papageien sind, benötigen sie viel Platz. Werden sie im Käfig gehalten, brauchen sie täglich mehrere Stunden Freiflug. Entscheiden Sie sich für einen Volierenhaltung, sollte diese mindestens 3 m lang sein, um dem ausgeprägten Flugbedürfnis der Sittiche Rechnung zu tragen. Temperaturen unter 10 °C vertragen sie nicht, deshalb benötigen Blaustirn-Rotschwanzsittiche in einer Außenvoliere ein beheizbares Schutzhaus. Über Nacht sollte den Vögeln ganzjährig ein Schlafkasten zur Verfügung gestellt werden. Um ihren Bruttrieb nicht anzuregen, empfiehlt es sich, den Schlafkasten tagsüber zu entfernen.
Weitere Informationen finden Sie unter Pyrrhura Haltung

 

Blaustirn-Rotschwanzsittiche Verhalten

Blaustirn-Rotschwanzsittiche sind sehr agile Vögel, die besonders viel fliegen. Genau wie andere Pyrrhura Arten baden sie gerne. Blaustirn-Rotschwanzsittiche gehören zu den mittellauten Papageien. Den größten Teil des Tages sind sie recht leise, bei Aufregung können sie jedoch sehr laut schreien. Wenn sich fremde Personen nähern, werden sie ebenfalls sehr laut. Halten Sie Pyrrhura in Ihrer Wohnung, können Sie sich einen Wachhund getrost sparen. Blaustirn-Rotschwanzsittiche sind neugierige Vögel, die ihren Menschen gegenüber anfangs relativ scheu sind, mit der Zeit aber zutraulich werden. Leider gehören sie zu den Arten, die zum Rupfen neigen.
Ausführliche Informationen finden Sie unter Verhalten von Sittichen.

 

Blaustirn-Rotschwanzsittiche Ernährung

Bei der Ernährung der Blaustirn-Rotschwanzsittiche sollte berücksichtigt werden, dass mindestens 40 % des Tagesbedarfs durch Obst und Gemüse gedeckt werden. Die Basis des Futters bildet eine Körnermischung für Großsittiche mit möglichst wenigen Sonnenblumenkernen. Zusätzlich sollten Äste zum Benagen gereicht werden, da diese Sittichart ein starkes Nagelbedürfnis verspürt..
Ausführliche Informationen über die Ernährung von Sittichen erhalten Sie hier

 

Blaustirn-Rotschwanzsittiche Zucht

Die Zucht von Blaustirn Rotbauchsittichen ist nicht so einfach wie bei anderen Pyrrhuraarten. Sie gelingt häufig nicht, da entweder die Paare erst gar nicht zur Brut schreiten oder die Eier unbefruchtet sind. Während der Brutzeit sollte der Züchter die Paare separieren, da sie sich bei der Brut sonst gegenseitig stören.
Die Brutpaare wählen gern zwischen hoch- und querformatigen Nistkästen aus. Sie legen 4-7 Eier im Abstand von zwei Tagen, die 23 Tage bebrütet werden. Nach 45-50 Tagen verlassen die Küken das Nest, nach weiteren drei Wochen sind sie futterfest und selbstständig.

Weitere Info finden Sie unter Pyrrhura Zucht.

 

Blaustirn-Rotschwanzsittiche kaufen

Bevor Sie Blaustirn-Rotschwanzsittiche kaufen, sollten Sie überlegen, ob Sie diesen Tieren geeignete Haltungsbedingungen bieten können. Auf der Suche nach Blaustirn Rotschwanzsittichen stoßen Sie eventuell auf Menschen, die versuchen, „gebrauchte“ Sittiche zu verkaufen. Die Übernahme von Vögeln, die ansonsten im Tierheim landen oder schlimmstenfalls einfach freigelassen würden, ist sicherlich mehr als nur eine Überlegung wert.
Überlegungen die grundsätzlich vor dem Kauf von Sittichen erfolgen sollten und was bei der Auswahl der Vögel zu beachten ist, können Sie auf unseren Seiten mit allgemeinen Hinweisen nachlesen.

 

Blaustirn Rotschwanzsittiche: meldepflichtig

Für alle Pyrrhuraarten besteht eine Meldepflicht bei den örtlichen Behörden. In den meisten Bundesländern ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig, in NRW allerdings das Umweltamt. Die Anmeldung ist kostenlos. Man benötigt dazu ein Formular, dass entweder online oder bei der Behörde direkt erhältlich ist. Desweiteren muss man eine Herkunftsbescheinigung des Züchters

vorlegen, die belegt, dass der gekaufte Sittich aus einer legalen, europäischen Nachzucht stammt. Auch die Ringnummer und das Geschlecht des Vogels müssen angegeben werden.
Falls ein Sittich nicht aus der EU stammt, benötigt man eine CITES Bescheinigung.
Weitere Informationen über Meldepflicht, CITES Bescheinigung und das Washingtoner Artenschutzabkommen finden Sie auf unseren Seiten.

 



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