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Sittich Augen

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Sittich Auge mit nacktem weißem Augenring
Foto von Sylvia Hain

Sittiche verfügen wie fast alle Vögel über ein sehr gutes Sehvermögen. Auflösungsvermögen und Sehschärfe sind sehr hoch entwickelt, das Gesichtsfeld ist groß und das Farbensehen ist sehr ausgeprägt und vielfältig.
Allerdings können Sittiche bei wenig Licht (z.B. in der Dämmerung) relativ schlecht sehen, da sie weniger für das Hell-Dunkel-Sehen zuständige Sinneszellen (Stäbchen) besitzen als der Mensch.
Sittichaugen müssen vielfältige Leistungen vollbringen. Dafür ist physiologisch eine entsprechende Größe notwendig. Der von außen sichtbare Teil des Auges wirkt relativ klein, doch der größte Teil des Auges befindet sich im Inneren des Vogelschädels.
Da so ein Vogelkopf ziemlich klein ist und das Auge dort schon viel Platz einnimmt, bleibt kaum noch Raum für Muskeln, die die Augen bewegen könnten. Deshalb ist die Beweglichkeit der Augen bei Sittichen im Vergleich zum menschlichen Auge sehr gering. Wenn Vögel etwas genau ansehen möchten, müssen Sie den ganzen Kopf drehen, während wir Menschen nur unsere Augen bewegen.

 

Anordnung der Sittich Augen

Sittiche sehen völlig anders als wir Menschen, was mehrere Gründe hat. Einer davon ist, dass ihre Augen seitlich am Kopf sitzen, wodurch sich ihr Gesichtsfeld wesentlich vergrößert. Die Tiere können gleichzeitig nach vorne, nach hinten und zu den Seiten sehen. Ohne Kopf und Augen bewegen zu müssen, können sie so den Großteil ihrer Umgebung beobachten und schnell auf Gefahren oder sich nähernde Fressfeinde reagieren.
Die seitliche Stellung der Augen hat jedoch auch einen Nachteil. Der Bereich, den beide Augen gleichzeitig sehen, ist relativ klein. Beim Menschen ist das anders. Unsere Augen blicken überwiegend nach vorn und die Bereiche, die beide Augen gleichzeitig erfassen, sind ziemlich groß. Da räumliches Sehen fast ausschließlich in diesen sich überlappenden Bereiche stattfindet, sind Sittiche, das räumliche Sehen betreffend, den Menschen gegenüber unterlegen.

 

Das äußere Auge bei Sittichen

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Sittichauge mit dunkler Pupille und rotem Irisring

Das Auge wird durch sehr feine Federn vor Verunreinigungen geschützt, die sich am Unter- und Oberlid befinden und mit menschlichen Wimpern zu vergleichen sind. Zusätzlich zu den beiden Augenlidern, die Menschen ebenfalls besitzen, verfügen Sittiche noch über ein drittes Lid, das auch Nickhaut genannt wird. Diese schiebt sich von der Seite über das Auge. Da die Nickhaut durchsichtig ist, kann man sie jedoch nur sehr selten erkennen.
In der Mitte des Auges kann man die Pupille erkennen, die von einem Irisring umgeben ist. Die Pupillen sind bei den meisten Sittichen dunkel (Ausnahmen sind vor allem Lutinos und Albinos, die rote Augen haben), während der Irisring, je nach Sittichart und Farbschlag, viele verschiedene Farben haben kann. Er kann u.a. schwarz, braun, weiß, rot, orange oder gelb sein. Bei vielen Arten hat der Irisring der Jungvögel eine andere Farbe als der von erwachsenen Tieren.
Info: Die Größe der Pupille ist nicht immer gleich. Wie bei Menschen auch, verändert sie sich mit dem Lichteinfall, d.h. bei Helligkeit ist sie kleiner als im Dunkeln. Zusätzlich gibt die Größe der Pupille bei Sittichen Aufschluss über deren Gemütsverfassung. Aufgeregte, ängstliche oder aggressive Sittiche haben eine stark verkleinerte Pupille, der farbige Irisring wirkt dann deutlich größer. Einige Arten zeigen auch das sogenannte „Blitzen“ oder „Pinpointing“. Dabei zieht sich die Pupille in kurzen Abständen immer wieder zusammen. Meist ist das Blitzen ein Anzeichen von Aggression.

 

Farbensehen bei Sittichen

Sittiche sind nicht nur in der Lage, Farben zu sehen, sie können das sogar viel besser als Menschen. Sie sehen mehr Farben als wir und erkennen selbst kleinste Unterschiede und Nuancen einzelner Farbtöne.
Die Farbwahrnehmung im Auge wird von Sinneszellen ermöglicht, die Zäpfchen genannt werden. Es gibt verschiedene Zäpfchentypen, wobei (grob vereinfacht) jeder Typ für bestimmte Farben zuständig ist. Sittiche besitzen vier verschiedene Zapfentypen, während Menschen nur über drei verfügen. Dieser eine Typ mehr ermöglicht den Sittichen, einerseits Farben genauer zu unterscheiden, andererseits ein Spektrum von kurzwelligen Farben zu erkennen, die Menschen überhaupt nicht sehen können. Hierbei handelt es sich um sehr kurzwelliges Violett, das bis in den ultravioletten Bereich hinein geht.

 

UV- Licht Sehen bei Sittichen

Aufgrund ihres vierten Zapfentyps können Sittiche Ultraviolette Strahlung wahrnehmen, was Menschen überhaupt nicht möglich ist. Innerhalb dieses UV-Bereiches sehen sie jedoch nicht nur „eine Farbe zusätzlich“, sondern sie sind in der Lage, selbst in diesem kurzweiligen UV Licht verschiedene Farbtöne wahrzunehmen.
Das gute Farbsehen der Sittiche ist nicht nur dafür da, die Welt bunter zu sehen, es steckt auch ein biologischer Zweck dahinter. Vor allem Blüten, reife Samen und Früchte reflektieren UV-Licht, wodurch sie für vorbeifliegende Sittiche leicht aus der Luft zu erkennen sind. Die Futtersuche wird so deutlich vereinfacht. In Gegenden, in denen das Nahrungsangebot eher spärlich ausfällt, kann das leichte Auffinden von Futter überlebenswichtig sein.
Einen weiteren wichtigen Einfluss hat die UV-Reflexion bei der Partnerwahl einiger Sitticharten. Teile des Gefieders weisen ultraviolette Farbmuster auf. So finden beispielsweise Wellensittich Hennen besonders Hähne mit stark reflektierenden Wangenflecken attraktiv.

 

Fluoreszierende Farben

Es gibt noch eine weitere Besonderheit, die das Sehvermögen der Sittiche betrifft. Einige Sitticharten, darunter auch Wellensittiche, haben fluoreszierende Pigmente in ihrem Gefieder. Sie befinden sich in Teilen der gelben Federn (ein anderer Teil der gelben Federn enthält diese Pigmente nicht). Wenn diese speziellen Federn von der Sonne oder mit künstlichem UV Licht angestrahlt werden, geben sie das Licht in einer anderen Wellenlänge wieder ab. Das hat den Effekt, dass die Farben aus sich selbst heraus zu leuchten scheinen.
Bisher konnten fluoreszierende Farben nur bei etwa 50 Sittich- und Papageienarten nachgewiesen werden.
Bei Wellensittichen finden sich fluoreszierende Pigmente überwiegend in den gelben Federn des Stirn- und Wangengefieders, vor allem bei wildfarbenen Vögeln. Auch hat man festgestellt, dass die Stirn der Hähne deutlich heller ist als die der Hennen. Vermutlich dienen die fluoreszierende Farben ebenfalls der Partnerwahl, denn die Weibchen scheinen Männchen mit stark fluoreszierenden gelben Stirn- und Wangenpartien zu bevorzugen.

 

Bildauflösung bei Sittichen

Das Auflösungsvermögen von Bildersequenzen ist bei Sittichen sehr weit entwickelt. Sie können bis zu 150 einzelne Bilder pro Sekunde wahrnehmen (Menschen nur 16), das bedeutet zum Beispiel, dass sie einen laufenden Film im Fernsehen (der mit etwa 25 Bildern pro Sekunde gesendet wird) als Aneinanderreihung einzelner Bilder wahrnehmen. Diese Fähigkeit ermöglicht ihnen, ihre Umgebung auch im Flug gut zu erkennen und adäquat und schnell zu reagieren.
Die gute Bildauflösung kann jedoch einen großen Nachteil in sich bergen, wenn die Sittiche in menschlicher Haltung leben. Wird ein Zimmer mit Leuchtstoffröhren beleuchtet, ist das für die Vögel eine Qual, da herkömmliche Neonröhren niederfrequent betrieben werden. Menschen nehmen ein gleichmäßig leuchtendes Licht war, während Sittiche ein ständiges Flackern über sich ergehen lassen müssen. Wie unangenehm und störend das ist, können Sie nachempfinden, wenn Sie sich längere Zeit in einem Raum mit einer defekten flackernden Neonröhre befinden.

 

Beleuchtung für Sittiche

Die Beleuchtung durch Glühbirnen, Leuchtstoffröhren und Halogenstrahler ist auf die Bedürfnisse von Menschen abgestellt. Da wir UV-Licht nicht wahrnehmen können, geben herkömmliche Lampen auch kein ultraviolettes Licht ab. Vor allem im Winter und in Räumen, die wenig Sonnenlicht erhalten, fehlt den Sittichen das UV-Licht, denn sie können so nur einen Teil ihrer Sehmöglichkeiten ausschöpfen. Wichtige Informationen (z.B. über Reifegrad ihres Futters, Unterscheidung von Artgenossen) gehen ihnen abhanden. Im Zoofachhandel gibt es deshalb spezielle Vogellampen, die auch kurzwellige UV-Strahlung abgeben. Diese auch Birdlamps genannten Lampen sind für die Gesundheit der Vögel wichtig und sollten in keiner Haltung von Sittichen und Papageien fehlen.

 

Augenkrankheiten

Schwerwiegende Augenkrankheiten kommen bei Sittichen nicht allzu häufig vor. Tumore und andere Wucherungen an den Augen, Augentuberkulose, Erkrankungen des Augeninneren und Retina Atrophie (Absterben der Hornhaut) treten nur sehr selten auf. Das gleiche gilt für Katarakte (Augentrübung durch Grauen Star), die man manchmal bei sehr alten oder an Diabetes (Zuckerkrankheit) erkrankten Vögeln sehen kann. In einigen Fällen kann es zu Hornhautaustrocknungen kommen, die meist auf einen chronischen Vitamin A Mangel zurückzuführen sind.
Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) oder Entzündungen der Hornhaut treten hingegen relativ häufig bei Sittichen auf. Dabei kann es sich um lokale Entzündungen (gut mit Antibiotika behandelbar) oder um Begleiterkrankungen von (schweren) Krankheiten handeln.

Tipp: Wenn Ihr Sittich die Augen häufiger als gewöhnlich geschlossen hält, oft zwinkert, die Augen schließt oder zusammen kneift oder es fallen Ihnen dicke, entzündete, geschwollene, verklebte, juckende oder tränende Augen auf, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung oder Verletzung des Auges hoch. Da die Behandlungen der verschiedenen Erkrankungen sehr unterschiedlich sind, sollten Sie umgehend einen auf Vögel spezialisierten Tierarzt aufsuchen, damit Ihr Vogel die richtige Diagnose und darauf basierend die richtige Therapie erhält.

 



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