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Bürzeldrüse

Am oberen Ende (der Basis) des Schwanzes befinden sich bei den meisten Vogelarten der Bürzel und die Bürzeldrüse. Die Drüse sondert ein fettiges Sekret ab, das für den Schutz des Gefieders sowohl vor Wasser als auch vor Austrocknung durch Hitze und Wind sehr wichtig ist. Neben dem Gefieder werden aber auch Schnabel und Beine geschützt.
Indem Vögel das Sekret auf jeder einzelnen Feder verteilen, „imprägnieren“ sie ihr Gefieder. Das Fett bewirkt, dass sich die Federn nicht voll Wasser saugen können und der Vogel bei den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen seine für ihn lebenswichtige Flugfähigkeit behält. Allein durch Putzen lässt sich das Gefieder nicht optimal pflegen.
Es wichtig, dass das gesamte Gefieder mit dem Sekret der Bürzeldrüse gut eingefettet wird. Dazu verwenden Sittiche unterschiedliche Techniken. Die gut erreichbaren Federn versorgen sie, indem sie zunächst mit dem Schnabel der Drüse etwas Fett/Sekret entnehmen und anschließend ihre Federn durch den Schnabel ziehen. Mit dem Schnabel und der geschickten Zunge verteilen sie so das Fett gleichmäßig. Da Sittiche das Gefieder auf ihren Kopf nicht mit dem Schnabel erreichen können, reiben sie ihren Kopf direkt an der Bürzeldrüse.
Auch die Pflege der Federn rund um die Kloake ist wichtig, damit der Kot nicht am Gefieder fest klebt. Mit dem Schnabel wird zunächst wieder das Fett der Bürzeldrüse entnommen. Anschließend geben die Sittiche das Fett auf ihre Füße und verteilen es mit ihnen auf den Federn des Kloakenbereichs.

 

Funktion der Bürzeldrüse

Die Hauptfunktion der Bürzeldrüse besteht darin, das Gefieder der Vögel vor Witterungsseinsflüssen zu schützen (siehe oben). Darüber hinaus scheint das Bürzeldrüsensekret noch weitere Aufgaben zu erfüllen.
So hat es wahrscheinlich fungizide und bakterizide Eigenschaften, die dem Vogel einen gewissen Schutz vor Pilzen und Bakterien bieten. Zudem wird vermutet, dass ein im Sekret enthaltenes Provitamin (Ergosterol) an der Bildung des für die Vogelgesundheit extrem wichtigen Vitamin D beteiligt ist.
Bei einigen Vogelarten verströmt das Öl einen starken und unangenehmen Geruch. So vermutet man, dass der Geruch des Sekrets beim Wiedehopf zu seiner Verteidigung beitträgt, während er bei der Gans eher der chemischen Kommunikation dient.

 

Bürzeldrüse Anatomie

Die Bürzeldrüse ist ein Organ, das aus zwei Hälften bzw. Lappen besteht, in denen das ölige Sekret gebildet wird. Beide Hälften verfügen über einen jeweils eigenen Ausgang, der von kleinen Federn umgeben ist, den so genannten Pinselfedern. Diese wiederum bilden einen Pinseldocht, von dem das austretende Sekret zunächst aufgenommen wird. Mit ihrem Schnabel können Vögel nun das Sekret der Bürzeldrüse von dem Pinseldocht entnehmen und im Gefieder verteilen.
Die Größe der Bürzeldrüse ist bei den verschiedenen Vogelarten sehr unterschiedlich. Während sie bei Hühnern, Ente, Gans und den meisten Wasservögeln besonders groß ist, haben Taube, Reiher, Papagei und Sittich eine eher kleine. Das liegt daran, dass diese Vögel Puderdunen besitzen, die die Aufgabe der Bürzeldrüse weitgehend übernehmen.
Einige Vogelarten besitzen überhaupt keine Bürzeldrüse. So zum Beispiel der Kormoran, dessen Gefieder stark durchnässt werden muss, da er sehr tief taucht, und die flugunfähigen Laufvögel, deren Gefiedersstruktur so beschaffen ist, dass ein „Ölfilm“ auf den Federn keinen Sinn machen würde.

 

Krankheiten der Bürzeldrüse

Es gibt unterschiedliche Krankheiten an der Bürzeldrüse beim Vogel. Ist sie geschwollen, funktioniert der Ablauf des Sekret nicht mehr. Ursache können Verstopfungen der Ausführungsgänge, bakterielle Entzündungen, Tumore oder Wucherungen des Drüsengewebes sein.
Erste Symptome sind oft eine Rötung oder Schwellung der Drüse, die man als Halter jedoch selten bemerkt, da dieser sensible Bereich mit Federn bedeckt ist. Für den Vogel sind diese Veränderungen jedoch mit starken Schmerzen und unangenehmem Juckreiz verbunden, in deren Folge er sich im Bereich der Bürzeldrüse (oberhalb des Schwanzansatzes) besonders häufig und ausgiebig putzt. Tritt dieses Verhalten auf, sollten Sie sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, denn nicht selten beißen sich Sittiche die Bürzeldrüse blutig, was wiederum zu bakteriellen Infektionen oder sogar zum Tod durch Verbluten führen kann. Der frühzeitige Gang zum Tierarzt kann häufig Schlimmeres verhindern.

 

Bürzeldrüse ist verstopft oder entzündet

Eine Ursache für Schmerzen an der Bürzeldrüse kann die Verstopfung ihrer Ausführungsgänge sein. In diesem Fall werden die Ausführungsgänge mit einer Sonde und isotonischer Kochsalzlösung vom Tierarzt durchgespült. Anschließend wird die Drüse mithilfe eines Wattestäbchens entleert.
Das entnommene gelbliche Sekret muss nun mikroskopisch untersucht werden, um festzustellen, ob es sich lediglich um eine Bürzeldrüseverstopfung oder um eine Entzündung der Bürzeldrüse handelt. Ist die Drüse entzündet, wird sie mit einer Antibiotikalösung gespült. Anschließend bekommt der Vogel noch einige Tage Antibiotika.
Die Behandlung ist für den Vogel so schmerzhaft, dass fast immer eine Vollnarkose notwendig ist.

 

Bürzeldrüse Tumor

Einen Tumor an der Bürzeldrüse kann man sicher diagnostizieren, indem einem erkrankten Sittich Drüsengewebe entnommen und anschließend histologisch untersucht wird. Diese Entnahme erfolgt natürlich unter Vollnarkose. Sollte es sich um einen Tumor handeln, wird der Tierarzt diesen chirurgisch entfernen (falls es noch möglich ist).
Um einen Rückfall zu verhindern, kann es sinnvoll sein, einen Vogel zusätzlich mit Vitamin A zu versorgen, da eine Vitamin A Mangelernährung die Wucherungen der Zellen der Bürzeldrüse hervorrufen oder begünstigen kann. Das Präparat, die Dosierung und die Art der Verabreichung des Vitamins (direkt in den Schnabel, über Wasser oder Futter) sollten Sie mit Ihrem vogelkundigen Tierarzt abgesprechen.

 

Bürzeldrüse bei Wellensittich, Nymphensittich und Papagei

Nicht alle Sittiche und Papageien haben eine Bürzeldrüse. Vor allem Arten, die über ausgeprägte Puderdunen verfügen, haben entweder überhaupt keine Bürzeldrüse (Schmalschnabelsittiche, Amazonen, Rotsteisspapageien, Blauara, Spix Ara) oder nur eine sehr kleine. Bei diesen Sittichen und Papageien übernehmen die Puderdunen die Funktion der Bürzeldrüse.
Einige Arten verfügen sowohl über eine Bürzeldrüse als auch über Puderdunen (Kakadu, Graupapagei, Vasapapagei), wo hingegen Plattschweifsittiche, Agaporniden und Rotschwanzsittiche eine ziemlich gut entwickelte Bürzeldrüse haben.
Nymphensittiche gehören zu den Arten, die ihre Federn überwiegend mit dem Puder der Puderdunen pflegen. Die Bürzeldrüse ist bei ihnen kaum entwickelt und spielt bei der Gefiederpflege nur eine untergeordnete Rolle.
Anders ist es beim Welli. Bei ihm ist die Bürzeldrüse für die Gefiederpflege von großer Wichtigkeit und dementsprechend ausgeprägt. Leider kommt es bei Wellensittichen sehr häufig zu Erkrankungen der Bürzeldrüse.

Info: Sollten Sie bemerken, dass Ihr Wellensittich sich besonders häufig am oberen Ende des Schwanzes putzt, ist der Besuch des Tierarztes dringend zu empfehlen.

 



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