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Atmung bei Sittichen

Das Atmungssystem von Sittichen ist anders aufgebaut als das von Säugetieren. Vögel benötigen sehr viel Energie, um lange Flüge körperlich durchzustehen. Deshalb brauchen sie ein effizientes und leistungsstarkes Atmungssystem. So atmet ein Wellensittich im Ruhezustand etwa 60 bis 80 mal in der Minute.
Wie Säugetiere besitzen Vögel eine Lunge und Bronchien. Die Lunge ist jedoch mit dehnbaren Luftbehältern, den sogenannten Luftsäcken, verbunden. Diese reichen bis ins Bindegewebe und in einige Knochen. Die Luftsäcke unterstützen den Gasaustausch in der Lunge, indem sie zunächst die eingeatmete Luft aufnehmen und anschließend gleichmäßig in die Lunge blasen. So wird die Lunge permanent, und nicht nur beim Einatmen, mit frischer Luft durchströmt.
Das Zwerchfell, das bei Säugetieren überwiegend die Atembewegung regelt, fehlt den Vögeln. Bei ihnen vollzieht der Brustkorb das Einatmen und Ausatmen allein. Rippen und Brustbein müssen dazu immer frei beweglich sein. Deshalb sollte man Sittiche auch niemals auf den Rücken legen, auch nicht während man sie in der Hand hält, da sonst ihre Atmung durch den Druck der inneren Organe auf die Luftsäcke und durch die Einengung des Brustkorbs erschwert werden kann.

Atmung durch Luftsäcke bei Sittichen

Sittiche und Papageien haben neun (vier paarige und einen unpaarigen) Luftsäcke, einen Schlüsselbeinluftsack, zwei Halsluftsäcke, zwei vordere und zwei hintere Brustluftsäcke und zwei Bauchluftsäcke.
Beim Einatmen gelangt (fast) die gesamte Luft zunächst in die hinteren Luftsäcke (hinterer Brust- und Bauchluftsack), die sich dabei ausdehnen, dann ziehen sie sich zusammen und pressen damit die Luft in die Lunge (ähnlich einem Blasebalg). Von dort gelangt der Sauerstoff ins Blut.
Die verbrauchte Luft wird aus der Lunge in die vorderen Luftsäcke abgegeben und dann ausgeatmet. So wird die Lunge gleichmäßig in nur eine Richtung mit frischer Luft durchströmt, und es bleibt keine schon verbrauchte Restluft in ihr, wie es bei Säugetieren üblich ist.

Vorteile der Luftsack Atmung

Der Vorteil der speziellen Atmung mit Luftsäcken ist, dass die Lunge permanent mit Sauerstoff versorgt wird und nicht, wie bei Säugetieren, nur beim Einatmen. So werden Vögel sehr ausdauernd und können auch lange Flugstrecken problemlos überstehen.
Neben der effizienten Atmung erlauben die Luftsäcke den Vögeln, Atemluft zu speichern. Außerdem sorgen sie für ein geringeres Fluggewicht. Die Flugfähigkeit der Vögel wird außerdem durch einen leichten Knochenbau (Knochen von Vögeln sind nicht mit Mark gefüllt sondern hohl) und ein großes, leistungsstarkes Herz  unterstützt.

Weitere Funktionen der Luftsäcke

Luftsäcke unterstützen die Temperaturregelung der Sittiche. Sie wirken wärmeisolierend, können aber auch bei Überhitzung den Körper abkühlen, indem Flüssigkeit über die dünnen Wände der Luftsäcke verdunstet. Das Luftsacksystem stellt für die inneren Organe der Sittiche einen Schutz dar. Starke Zentrifugalkräfte, die im Flug bei Geschwindigkeits- und Richtungsänderungen auftreten, werden abgemildert. Auch an der Lautbildung sind die Luftsäcke beteiligt. Durch hochfrequentes Ausatmen kann der Stimmkopf (Syrinx) Töne erzeugen.

Probleme durch Luftsäcke

Da die Luftsäcke zum Teil sehr dicht unter der Haut liegen und auch einige Knochen durchziehen, sind Verletzungen (Stichverletzungen, Knochenbrüchen, Kollisionen beispielsweise mit der Fensterscheibe) der Vögel sehr gefährlich, da es leicht zu Beschädigungen der Luftsäcke kommen kann. Risse oder Dehnungen der Luftsäcke führen sehr schnell zum Tod der Vögel und gehören deshalb unverzüglich in fachkundige Behandlung eines Tierarztes. Erkennen kann man diese Beschädigungen häufig an starken Schwellungen.

 

Empfindlichkeit des Atmungssystems bei Sittichen

So leistungsstark das Atmungssystem der Sittiche auch ist, so anfällig für Krankheiten ist es leider auch. Lungen und Luftsäcke werden sehr schnell von Bakterien, Milben oder Würmern besiedelt. Besonders Pilze, die die Vögel aus der Raumluft oder aus verdorbenem Futter (Achtung Erdnüsse) aufnehmen, lassen häufig eine Aspergillose entstehen.

Tipp: Atemwegserkrankungen und Atmungsprobleme werden sehr schnell lebensbedrohlich für Vögel. Wenn Ihr Sittich Atemnot zeigt, indem er beispielsweise schnell, laut, schwer oder mit offenem Schnabel atmet, sollten Sie unverzüglich ein vogelkundigen Tierarzt aufsuchen.

 



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