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Sittiche putzen sich

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Demerarasittiche putzen sich
Foto von Sylvia Hain

Sittiche verbringen viel Zeit damit, sich zu putzen. Ein sauberes Gefieder ist für Vögel sehr wichtig, da es die Flugeigenschaften entscheidend beeinflusst und die Körpertemperatur reguliert. Außerdem zeigt ein gepflegtes Gefieder den Schwarmmitgliedern, dass sein Träger gesund, körperlich fit und somit attraktiv für das andere Geschlecht ist.
Mit dem Schnabel wird das Gefieder vom Vogel geordnet und von Staub, Federhülsen und (falls vorhanden) von Parasiten gesäubert. An Stellen, die mit dem Schnabel nicht erreichbar sind, kratzen sich die Sittiche mit den Füßen. Für den Kopf, die Augen und die Nase nutzen sie dazu die längste Zehe einschließlich Kralle. Oft wird der Kopf auch an Ästen oder dem Käfiggitter gerieben. Für die Säuberung der Kloake und der seitlichen Körperpartien werden das Gelenk vor dem Mittelfuß und die Außenfläche der beiden Vorderzehen genommen. Die Krallen kommen hier nicht zum Einsatz, um die empfindlichen Körperpartien vor Verletzungen zu schützen.
Die Krallen und Füße selbst werden von den Sittichen mit dem Schnabel gereinigt. Damit sie nicht zu lang werden, sollte man unterschiedlich dicke Naturäste als Sitzgelegenheiten anbieten.
Putzen ist eine soziale Tätigkeit bei Sittichen. Sie können fast immer beobachten, dass sich alle Tiere des Schwarms gleichzeitig putzen, nachdem ein Vogel damit angefangen hat.

 

 

Gefieder der Sittiche

Das Gefieder der Sittiche besteht aus verschiedenen Federtypen. Für das Fliegen sind die langen Schwungfedern der Flügel und die Steuerfedern am Schwanz besonders wichtig. Die bunten Konturfedern geben dem Vogel sein stromlinienförmiges Aussehen und schützen ihn gegen äußere Einflüsse (z.B. Regen). Dabei funktionieren die Seitenstrahlen der Konturfedern ähnlich wie ein Reißverschluss, sie greifen ineinander, und ermöglichen so den Sittichen zu fliegen und ihre Körpertemperatur zu halten. Kein Wunder, dass die Vögel soviel Zeit für die Gefiederpflege verwenden. Die Daunenfedern, die sich eng am Körper befinden, sind sehr weich und wärmen die Sittiche.

 

Sittiche putzen sich gegenseitig

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Sittiche putzen sich gegenseitig

Bei vielen Sitticharten, werden die Stellen, die ein Vogel beim Putzen selber nicht erreichen kann, von einem befreundeten Vogel gepflegt. Das gilt aber nicht für alle Arten. Ziegensittiche und Springsittiche beispielsweise kraulen und putzen sich nicht gegenseitig, während Wellensittiche dieser Art der Gefiederpflege sehr ausgiebig nachgehen.
Manchmal kommt es vor, dass ein Sittich beginnt, seinen Halter zu putzen, was ein Zeichen von großer Freundschaft ist. Bevorzugt werden Haare, Augenbrauen, Ohren oder Barthaare bearbeitet. Allerdings sollte man darauf achten, dass ein Vogel nicht mit Pflegeprodukten wie zum Beispiel Haarspray oder Wimperntusche in Kontakt kommen kann, da diese für den Sittich giftige Stoffe enthalten können.

 

Sittiche putzen und kratzten sich ständig

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Wellensittich reinigt seine Federn

Nicht alle Sittiche putzen sich gleich oft. Bei dem einen Vogel hat man das Gefühl, er putzt sich dauernd, ein anderer tut dies vielleicht nur selten. Bemerken Sie einen Unterschied zum normalen Putzverhalten eines Ihrer Vögel, sollten Sie ihn genauer beobachten.
Sehen die Federn zerrupft, zerzaust, verklebt, struppig oder stumpf aus oder putzt und kratzt sich ein Sittich dauernd, kann das verschiedene Ursachen haben.
Während der Mauser ist das Reinigungsbedürfnis bei den Vögeln größer als außerhalb dieser Periode. Das Gefieder wird von den neu entstehenden Federhülsen und von den alten Federn befreit. Wahrscheinlich putzt sich ein Sittich auch viel während dieser Zeit, weil die neu wachsenden Federn ihn jucken.
Eine weitere Ursache für erhöhte Putztätigkeit der Sittiche kann ein Befall mit Parasiten sein. Auch eine durch Durchfall verschmutzte, verklebte oder gerötete Kloake wird der Vogel vermehrt reinigen. Bei Verdacht auf Parasiten oder Durchfall sollte sofort ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden.
Falls Ihr Sittich sich deutlich weniger oder überhaupt nicht mehr putzt, kann das ebenfalls ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Auch in diesem Falle sollten Sie einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen.

 

Bürzeldrüse oder Puderdunen

Wie schon oben beschrieben, ist es für Sittiche wichtig, ihr Gefieder in einem optimalen Zustand zu halten. Dabei reicht es nicht aus, die Federn mit dem Schnabel zu säubern und zu ordnen. Damit das Gefieder allen Witterungsbedingungen standhält, wird es mit einer fettigen Substanz „imprägniert“. Diese schützt sowohl vor Wasser als auch vor Austrocknung durch Hitze und Wind.
Woher die Vögel das Fett bekommen, ist jedoch von Art zu Art unterschiedlich. Einige Sitticharten (z.B.Wellensittiche, Springsittiche) haben am oberen Ende des Schwanzes eine Drüse, die sogenannte Bürzeldrüse, die ein fettiges Sekret absondert, das die Vögel mit dem Schnabel auf jeder einzelnen Feder verteilen. Das Fett bewirkt, dass sich die Federn nicht voll Wasser saugen können und der Vogel bei den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen seine für ihn lebenswichtige Flugfähigkeit behält. Andere Sitticharten (z.B. Schmalschnabelsittiche, Nymphensittiche) haben keine oder nur eine sehr verkümmerte Bürzeldrüse. Bei ihnen übernehmen Puderdunen die Aufgabe, das Gefieder mit einem fetthaltigen Staub einzupudern.

 

Sittiche baden

Die Freude an einem Bad ist nicht bei allen Sitticharten gleich ausgeprägt. Einige baden sehr gerne, andere wiederum legen überhaupt keinen Wert darauf. Manche Sittiche mögen die Badegefäße nicht oder haben Angst vor ihnen. Als Alternative können Sie nassen Salat, Kräuter oder andere ungiftige Grünfutter Pflanzen anbieten, in deren Feuchtigkeit die Sittiche sich gerne wälzen. Das Bad wird meist durch Schütteln des Gefieders mit anschließendem Putzen beendet.

Tipp: Was Sie beim Baden der Vögel beachten sollten, wie Sie Ihre Sittiche in die Wanne locken und welches Badehaus geeignet ist, können Sie bei uns nachlesen.

 

Schnabelpflege bei Sittichen

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Sittich wetzt Schnabel am Ast

Die Schnabelpflege ist für Sittiche äußerst wichtig, da nur ein gesunder und funktionstüchtiger Schnabel seine Aufgaben ordentlich verrichten kann. Er ist unentbehrlich bei der Gefiederpflege und überlebenswichtig bei der Ernährung. Auch benutzen Sittiche ihren Schnabel zum Klettern, um sich an Ästen und Stangen festzuhalten.
Ein Sittich reinigt sich den Schnabel, indem er mit dem Fuß daran kratzt oder durch Reiben an Ästen oder Käfiggittern. So entfernen die Vögel nach dem Fressen störende Futterreste.
Da der Schnabel bei Sittichen permanent wächst, ist es besonders wichtig, dass er gleichmäßig abgenutzt und in Form gehalten wird. Gibt man den Vögeln regelmäßig frische Äste und Zweige und Kalksteine zum Benagen, können sie ihren Schnabel daran wetzen und er bleibt scharf und wird nicht zu lang.
Wetzt sich ein Sittich seinen Schnabel nicht mehr, kann das ein Zeichen für das fortgeschrittene Alter des Vogels oder für eine Erkrankung sein. Damit er weiter ausreichend Futter zu sich nehmen kann, sollten Sie einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, der den Schnabel fachgerecht kürzen und in Form bringen kann.
Info: Ausführliche Informationen zu diesem Thema können Sie auf unserer Seite über Schnabel und Krallen nachlesen.

 

Putzen als Übersprungshandlung

Als Übersprungsverhalten bezeichnet man Verhaltensweisen, die unerwartet auftreten und keinem ersichtlichen Zweck dienen. Meist werden diese Übersprungshandlungen in Konfliktsituationen gezeigt. Sie wirken wie eine Art „Verlegenheitsgeste“.
Beispiel: Ein Sittich fühlt sich bedroht, kann sich aber nicht entscheiden, ob er einen Artgenossen angreifen oder lieber fliehen soll. Die Unsicherheit führt zu einer inneren Anspannung, die der Vogel in einer Übersprungshandlung, also einem neutralen Verhalten, auflöst. Er wird in diesem Moment weder seinen Artgenossen angreifen noch wird er fliehen. Stattdessen beginnt der Sittich sich zu putzen, oder er schließt die Augen um scheinbar zu schlafen.
Tipp: Informationen über Verhaltensweisen, Körpersprache, Schlafen, Bewegung, Spielen, Verhaltensstörungen und Aggressionen können Sie bei uns nachlesen.

 

Info: In seinem Buch „Sittiche und Papageien, Verhalten in Freiland und Voliere“ informiert Werner Lantermann spannend, ausführlich und kompetent über das Verhalten von Sittichen. Hier können Sie viel über natürliche Verhaltensweisen, Fortbewegung, Aktivitäten, Lernen, Spielen, Aggressionen etc. erfahren und verstehen Ihre Vögel nach der Lektüre sicherlich um Einiges besser als vorher.



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