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Wichtige Kommandos für Sittiche

bbFür das Zusammenleben mit Sittichen ist es sehr sinnvoll, den Vögeln spezielle Kommandos beizubringen. Oft kommt es außerhalb des Käfigs zu Problemen und Unstimmigkeiten zwischen Halter und Sittichen. Sie schreien, fressen Tapeten an, nagen an Möbeln und wollen nicht wieder in ihren Käfig zurück. Die Folge davon ist leider häufig, dass die Sittiche einen Großteil des Tages im Käfig eingesperrt verbringen müssen. Für ihre körperliche und seelische Gesundheit ist es jedoch äußerst wichtig, möglichst viel Freiflug zu erhalten. Lernen die Vögel die Grundkommandos „Auf“, „Ab“, „Bleib“, „Komm“, „Flieg“ und „Nein“ sind sie leichter zu händeln und dürfen meist auch mehr Zeit außerhalb des Käfigs verbringen.
Beachten Sie jedoch, dass die Sittiche die Kommandos sicherlich nicht immer ausführen werden und erwarten Sie das auch nicht von ihnen. Sind die Vögel jedoch gut trainiert, befolgen sie die Anweisungen ihres Halters in den meisten Fällen. Bestrafen oder tadeln Sie Ihre Sittiche niemals, wenn sie etwas nicht richtig gemacht haben oder nicht gehorchen. Strafe und Tadel bewirken nicht, dass ein Vogel schneller lernt. Häufig entwickeln sich daraus sogar weitere Probleme (z.B. Aggressionen, Angst, Beißen)

Kommandos lernen

Ob und wie gut Sittiche Kommandos erlernen, hängt im wesentlichen vom Halter ab. Zunächst einmal ist es wichtig, beim Training immer ruhig und gelassen zu bleiben. Sie sollten sich jedoch auch über die Gestaltung des Trainings informieren und genau über positive Verstärkung Bescheid wissen. Zusätzlich könnten auch unsere Seiten über Clickertraining, Target Training und Shaping hilfreich sein. Wenn Sie sich an die Regeln halten, steht einem Lernerfolg ihrer Sittiche nichts mehr im Wege. Sollten sich dennoch Probleme einstellen, wenden Sie sich an einen Verhaltensberater für Sittiche und Papageien.

 

Erste Kommandos

Vor Beginn des Trainings sollten die Sittiche handzahm sein. Anschließend ist das sinnvoll, ihnen beizubringen, auf Kommando auf die Hand zu kommen und wieder von ihr abzusteigen. Auch sollten die Vögel lernen, zu ihrem Halter zu fliegen und wieder weg zu fliegen. Überlegen Sie sich für jedes Kommando ein bestimmtes Wort, das sie dann immer verwenden. Die hier verwendeten Begriffe sind nur Vorschläge.

 

„Auf“ und „Ab“

Um einem Sittich beizubringen auf die Hand zu steigen, nähert man sich ihm vorsichtig und hebt in einiger Entfernung die Hand etwa in Höhe seiner Füße. Zeigt das Tier keine Angst, kann man mit der Hand immer mehr heran gehen, bis die Hand schließlich direkt vor dem Vogel ist und ihn eventuell leicht am Bauch berührt. Dabei halten Sie die Hand so, dass sie sich etwas oberhalb der Füße des Sittichs befindet, da Vögel lieber aufwärts als abwärts steigen. Halten Sie die Finger gerade und winkeln Sie den Daumen nach unten ab. Einzeln ausgestreckte Finger sind eine Bedrohung für Sittiche.


Die meisten Sittiche werden nach ein paar Versuchen auf die Hand aufsteigen. Sobald Sie sehen, dass Ihr Vogel auf die Hand kommen möchte, sagen Sie „Auf“. Wenn er dann auf die Hand steigt, loben Sie ihn kräftig. Nach ein paar Sekunden können Sie den Sittich wieder auf seinen Platz setzen. Führen Sie ihn dazu auf der Hand dicht an seine Sitzstange. Jetzt sollte sich die Sitzstange etwas höher als die Füße des Vogels befinden. Klettert er auf seine Stange, sagen Sie „Ab“ und loben Sie ihn kräftig.
Üben Sie regelmäßig, damit die Sittiche die Kommandos mit ihren Handlungen verknüpfen können. Versuchen Sie, Ihren Arm möglichst ruhig zu halten und lassen Sie ihn nicht sinken. Die Vögel brauchen das Gefühl, dass sie bei Ihnen sicher sind und dass ihre Sitzgelegenheit stabil ist. Anfangs werden die Sittiche vielleicht versuchen, die Festigkeit der neuen Sitzgelegenheit mit dem Schnabel zu untersuchen. Bleiben Sie ruhig, wenn ein Vogel sie deshalb leicht zwickt.
Sollte ein Sittich auch nach vielen Versuchen nicht auf die Hand steigen, können Sie vorsichtig mit der Hand gegen seinen Unterbauch drücken. Dadurch löst man einen Reflex aus, der den Sittich das Bein automatisch heben lässt. Drängeln, schubsen oder stoßen Sie den Vogel jedoch nicht, sonst bekommt er Angst und wird niemals auf Ihre Hand kommen.

Tipp: Versuchen Sie nie, Ihre Sittiche auf die Hand zu nehmen, wenn diese es nicht möchten. Mit Zwang erreicht man gar nichts, außer dass das Vertrauen der Vögel zu Ihnen zerstört wird.

 

„Komm“ und „Flieg“

Haben die Sittiche die Kommandos „Auf“ und „Ab“ gelernt, kann man diese jetzt um „Komm“ und „Flieg“ erweitern. Stellen Sie sich etwa einen halben Meter entfernt von einem Sittich hin und beobachten Sie ihn gut. Sobald Sie sehen, dass er zu Ihnen kommen möchte, sagen Sie „Komm“. Wenn er bei Ihnen gelandet ist, loben Sie ihn. Wenn Sie sehen, dass der Vogel wieder wegfliegen möchte, sagen Sie „Flieg“, und loben wieder kräftig, sobald er losgeflogen ist. Mit der Zeit wird der Sittich die Kommandos mit seinem Verhalten verbinden. Sie können dann langsam ausprobieren, ob der Vogel allein auf Ihr Kommando zu Ihnen kommt, auch wenn er selbst es eigentlich gar nicht vorhatte. Klappt diese Übung, können Sie den Abstand zwischen sich und Ihrem Vogel langsam vergrößern. Aber vergessen Sie nicht, die Sittiche immer zu belohnen, wenn sie etwas richtig gemacht haben.

„Bleib“

Das Kommando „Bleib“ bedeutet, dass ein Sittich nicht zu Ihnen kommen soll. Es bedeutet nicht, dass er dort bleiben soll, wo er sich gerade aufhält. Sittiche, die gezwungen werden, längere Zeit still sitzen zu bleiben, können schwere Verhaltensstörungen entwickeln. Mit dem Kommando „Bleib“ können Sie Ihren Vögeln z.B. mitteilen, dass sie nicht zu Ihnen kommen sollen, wenn Sie das Zimmer verlassen möchten. So können Sie Ihre Vögel davor bewahren, gegen die sich schließende Tür zu fliegen oder ein Wegfliegen verhindern.
Sitzt der Sittich auf seiner Stange, sagen Sie „Bleib“ und heben eine Hand hoch. Bleibt er sitzen, loben sie ihn sofort, fliegt er auf Sie zu, halten sie die erhobene Hand zwischen sich und den Vogel und verhindern so die Landung und geben nochmals das Kommando. Fuchteln Sie jedoch nicht mit den Händen herum und ängstigen Sie Ihre Sittiche nicht.


Tipp: Wenn Ihnen und Ihren Sittichen das Training Freude bereitet, können Sie nach dem Erlernen der Grundkommandos zum Tricktraining übergehen.
Info: Wenn Sie Literatur zum Thema „Training mit Sittichen“ suchen, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher:

Da Sittiche zu den Papageien zählen, sind die Ratgeber von H. Niemann und G. Glendell auch für Sittichhalter sehr lesenswert. In beiden Büchern können Sie sehr viel über den richtigen Umgang und das Training mit den Vögeln erfahren. In dem Buch „Spiel- und Wohnideen für Wellensittiche“ erhalten Sie neben Anregungen zur Beschäftigung auch kurze Anleitungen zum Training mit Wellis.

In der Buch Reihe über Clickertraining von Ann Castro wird ausführlich und anschaulich die Durchführung des Trainings erklärt. Die Bände über Problemlösungen mit Clickertraining setzen Kenntnisse voraus, die in den ersten Büchern vermittelt werden.

 

Als „Handwerkszeug“ für das Clickertraining sind handelsübliche, möglichst etwas leisere Clicker geeignet. Ein Targetstab kann ebenfalls von Nutzen sein.



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