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Lernen durch Belohnung

Die wohl besten Erfolge beim Training mit Sittichen erzielt man, indem man die Vögel für erwünschtes Verhalten belohnt (positive Verstärkung). Dabei handelt es sich um eine Methode des instrumentellen bzw. operanten Konditionierens.
Dem Training liegt die wissenschaftliche Erkenntnis zu Grunde, dass ein Verhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholt wird, wenn man es immer wieder sofort in dem Moment, wo es gezeigt wird, belohnt.
Für das Training bedeutet das, dass man Sittichen Dinge beibringen kann, indem man sie konsequent für das erwünschte Verhalten belohnt. Bestraft wird beim Sittichtraining grundsätzlich nie!!!
Damit das Training von Erfolg gekrönt wird, sind vor allem zwei Dinge wichtig. Der positive Verstärker (die Belohnung) muss individuell und sorgfältig für jeden einzelnen Sittich ausgewählt werden, damit er von dem Vogel auch als Belohnung empfunden wird, und der Zeitpunkt, zu dem der Verstärker gegeben wird, muss ganz genau stimmen (Timing).

 

Belohnungen (positive Verstärker) für Sittiche

Sittiche kann man auf unterschiedliche Weise belohnen. Die gebräuchlichste Art der Belohnung ist wohl die Gabe von Futter. Dabei sollte man genau wissen, was die einzelnen Vögel besonders gerne mögen. Diese Leckerbissen werden von nun an nicht mehr im täglichen Futter gereicht. Die Sittiche erhalten sie nur noch im Training, wenn sie etwas richtig gemacht haben. Dabei sollte man darauf achten, dass die Futterstückchen relativ klein sind. Große Portionen beschäftigen die Vögel zu lange und lenken sie vom Training ab. Zudem besteht die Gefahr, dass die Sittiche durch zusätzliche Futtergaben zu dick werden.

 

Weitere positive Verstärker für Sittiche

Neben den Futtergaben gibt es noch weitere geeignete positive Verstärker (Belohnungen) für Sittiche. Wenn Sie Ihre Vögel genau beobachten, werden Sie schnell herausfinden, was bei jedem einzelnen Tier als Verstärker dienen kann.
Meist reagieren die Vögel gut auf verbales Lob, Aufmerksamkeit, kraulen, Spiele oder ein gesungenes Lied. Zeigen Sie Ihren Sittichen Ihre Freude, wenn sie etwas richtig gemacht haben und übertreiben Sie dabei ruhig. Denken Sie daran, dass Vögel die Bedeutung von Wörtern nicht verstehen können, d.h. wenn Sie leise, ruhig und mit trauriger Miene „fein“ sagen, wird Ihr Sittich nicht begreifen, dass er etwas richtig gemacht hat. Wenn Sie jedoch lachen und Ihre Stimme enthusiastisch klingt, wird er verstehen, dass er gerade etwas wirklich Tolles vollbracht hat.

 

Positive Verstärker für ängstliche Sittiche

Arbeitet man mit ängstlichen Sittichen oder mit Vögeln, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, sollte man als Verstärker auf jeden Fall Futter einsetzen. Da diese Tiere kein Vertrauen zu Menschen haben, bedeutet ein Lob vom Halter ihnen nichts, und ist somit natürlich auch kein positiver Verstärker. Hat sich die Beziehung zwischen Sittich und Halter gefestigt, kann man das Futter Schritt für Schritt durch andere Belohnungen ersetzen.

 

Zeitpunkt der Verstärkung (Timing)

Damit Ihre Sittiche begreifen, was Sie von ihnen wollen, ist der Zeitpunkt, an dem Sie die Belohnung verabreichen, enorm wichtig. Wenn Ihr Timing nicht stimmt, werden die Vögel nichts lernen. Sie müssen einen Sittich sofort belohnen, wenn er etwas richtig gemacht hat. Wenn Sie erst ein paar Sekunden vergehen lassen, weil Sie beispielsweise nach einem Leckerchen suchen müssen, verbindet der Vogel sein Verhalten nicht mehr mit der Belohnung und bemerkt deshalb auch nicht, dass er etwas richtig gemacht hat. Der Lerneffekt ist gleich Null. Halten Sie die Belohnungen immer griffbereit, damit es zu keinen zeitlichen Verzögerungen kommt.

Besonders exakt kann man die Verstärkungen mit einem Clicker setzen.
Wenn Ihre Sittiche keinerlei Fortschritte machen, kann es sein, dass sich kleine Fehler in das Training eingeschlichen haben. Wenden Sie sich an einen Verhaltensberater für Sittiche und Papageien und lassen Sie sich konkrete Hilfestellungen geben.

Durchführung des Trainings

Das Training sollte den Sittichen vor allem Spaß machen. Deshalb ist es wichtig, dass die Übungen in Ruhe durchgeführt werden. Wenn Sie unter Zeitdruck oder Stress stehen, verschieben Sie das Training lieber auf einen späteren Zeitpunkt. Ihre Vögel werden sowieso nicht mitarbeiten, wenn sie Ihre Nervosität bemerken.
Schlafende, ruhende oder schlecht gelaunte Sittiche sind keine guten Trainingspartner. Führen Sie das Training lieber durch, wenn Ihre Vögel Interesse zeigen.
Arbeiten Sie nicht zu lange mit den Sittichen. Die Vögel können sich nur kurz konzentrieren und verlieren den Spaß, wenn zu viel von ihnen verlangt wird. Ein- bis zweimal täglich 3-10 min sind absolut ausreichend. Beginnen Sie das Training mit einer leichten Übung (die der Vogel schon kann), und beenden Sie es, bevor die Tiere keine Lust mehr haben, damit sie keine negativen Assoziationen zu den Übungen entwickeln. Aus dem gleichen Grund sollten Sie auch keinen Leistungsdruck ausüben. Schließlich wollen Sie ja nicht zur Olympiade.

Tipp: Lesen Sie auch unsere Seiten über Gestaltung des Trainings, Clickertraining, Target Training und Shaping. 
Info: Wenn Sie Literatur zum Thema „Training mit Sittichen“ suchen, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher:

Da Sittiche zu den Papageien zählen, sind die Ratgeber von H. Niemann und G. Glendell auch für Sittichhalter sehr lesenswert. In beiden Büchern können Sie sehr viel über den richtigen Umgang und das Training mit den Vögeln erfahren. In dem Buch „Spiel- und Wohnideen für Wellensittiche“ erhalten Sie neben Anregungen zur Beschäftigung auch kurze Anleitungen zum Training mit Wellis.

In der Buch Reihe über Clickertraining von Ann Castro wird ausführlich und anschaulich die Durchführung des Trainings erklärt. Die Bände über Problemlösungen mit Clickertraining setzen Kenntnisse voraus, die in den ersten Büchern vermittelt werden.

 

Als „Handwerkszeug“ für das Clickertraining sind handelsübliche, möglichst etwas leisere Clicker geeignet. Ein Targetstab kann ebenfalls von Nutzen sein.



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