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Nymphensittiche putzen, baden, duschen

Nymphensittiche verbringen viel Zeit damit, sich zu putzen. Ein sauberes Gefieder ist für Vögel sehr wichtig, da es die Flugeigenschaften entscheidend beeinflusst und die Körpertemperatur reguliert. Außerdem zeigt ein gepflegtes Federkleid den Schwarmmitgliedern, dass sein Träger gesund, körperlich fit und somit attraktiv für das andere Geschlecht ist.
Mit dem Schnabel wird das Gefieder geordnet und von Staub, Federhülsen und (falls vorhanden) von Parasiten gesäubert. An Stellen, die mit dem Schnabel nicht erreichbar sind, kratzen sich die Nymphensittiche mit den Füßen. Für den Kopf, die Augen und die Nase nutzen sie dazu die längste Zehe einschließlich Kralle. Oft wird der Kopf auch an Ästen oder dem Käfiggitter gerieben. Für die Säuberung der Kloake und der seitlichen Körperpartien wird das Gelenk vor dem Mittelfuß und die Außenfläche der beiden Vorderzehen genommen. Die Krallen kommen hier nicht zum Einsatz, um die empfindlichen Körperpartien vor Verletzungen zu schützen.
Die Krallen selbst werden von den Nymphensittichen mit dem Schnabel gereinigt. Damit sie nicht zu lang werden, sollte man unterschiedlich dicke Naturäste als Sitzgelegenheiten anbieten.

Gegenseitige Gefiederpflege der Nymphensittiche

Die Stellen, die ein Nymphensittich beim Putzen selber nicht erreichen kann, werden von einem befreundeten Vogel gepflegt. Wenn ein Nymphensittich also beginnt, seinen Halter zu putzen, ist das ein Zeichen von großer Freundschaft. Bevorzugt werden Haare, Augenbrauen, Ohren oder Barthaare bearbeitet. Allerdings sollte man darauf achten, dass ein Vogel nicht mit Pflegeprodukten wie zum Beispiel Haarspray, Haargel, Haarwachs, Wimperntusche oder ähnlichem in Kontakt kommen kann, da diese giftig für ihn sind und somit seiner Gesundheit schaden.

 

Gefieder der Nymphensittiche

Das Gefieder der Nymphensittiche besteht aus verschiedenen Federtypen. Für das Fliegen sind die langen Schwungfedern der Flügel und die Steuerfedern am Schwanz besonders wichtig. Die bunten Konturfedern geben dem Vogel sein stromlinienförmiges Aussehen und schützen ihn gegen äußere Einflüsse (z.B. Regen). Dabei funktionieren die Seitenstrahlen der Konturfedern ähnlich wie ein Reißverschluss, sie greifen ineinander, und ermöglichen so den Nymphensittichen zu fliegen und ihre Körpertemperatur zu halten. Kein Wunder, dass die Vögel soviel Zeit für die Gefiederpflege verwenden. Die Daunenfedern, die sich eng am Körper befinden, sind sehr weich und wärmen die Nymphensittiche.

 

Bürzeldrüse bei Nymphensittichen

Am oberen Ende des Schwanzes befindet sich bei vielen Sitticharten die Fett absondernde Bürzeldrüse. Die Vögel fetten mit der Absonderung dieser Drüse ihr Gefieder ein, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen. Die Bürzeldrüse der Nymphensittiche ist jedoch nur sehr sehr klein und spielt bei der Gefiederpflege kaum eine Rolle. Stattdessen schützen sie ihre Federn mit dem Staub der Puderdunen.

 

Puderdunen bei Nymphensittichen

Einen guten Schutz für das Gefieder der Nymphensittiche bieten die Substanzen der Puderdunen. Bei Puderdunen handelt es sich um spezielle Federn, deren Spitzen langsam zu Puder zerfallen. Man findet sie nur bei wenigen Vogelarten. Der Puder, auch Gefiederstaub genannt, wird von den Nymphensittichen im Gefieder verteilt und wirkt wasserabweisend und pflegend. Meist schütteln sich die Nymphensittiche kräftig, wenn das Putzen beendet wird. Dabei wird der Vogel von Staub eingehüllt, welcher von den Puderdunen stammt. Fehlt dieser Staub, ist das ein schwerwiegendes Krankheitszeichen und man sollte sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen.

Nymphensittich kratzt sich und putzt sich ständig

Sehen die Federn zerrupft aus oder kratzt und putzt sich ein Nymphensittich die ganze Zeit, kann das verschiedene Ursachen haben. Während der Mauser ist das Reinigungsbedürfnis bei den Vögeln größer als außerhalb dieser Periode. Das Gefieder wird vom Vogel von den neu entstehenden Federhülsen und von den alten Federn befreit. Wahrscheinlich putzt sich ein Nymphensittich auch viel während dieser Zeit, weil die neu wachsenden Federn ihn jucken.
Eine weitere Ursache für erhöhte Putztätigkeit der Nymphensittiche kann ein Befall mit Parasiten sein. Auch eine durch Durchfall verschmutzte, verklebte oder gerötete Kloake wird der Vogel vermehrt reinigen. Bei Verdacht auf Parasiten oder Durchfall sollte sofort ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden.
Falls Ihr Nymphensittich sich deutlich weniger oder überhaupt nicht mehr  putzt, kann das ebenfalls ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Auch in diesem Falle sollten Sie einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen.

 

Nymphensittiche baden und duschen

Neben der herkömmlichen Gefiederpflege mit dem Schnabel ist ein regelmäßiges Bad für Nymphensittiche wichtig. Mehrmals pro Woche sollten Sie ihnen eine geeignete Badeschale mit kaltem Wasser bereitstellen, in der Ihre Vögel nach Herzenslust planschen können. Beendet wird das Bad meist durch Schütteln des Gefieders und anschließendes Putzen
Wenn Ihr Nymphensittich nicht gerne badet, kann das unterschiedliche Gründe haben. Baden kann beispielsweise nicht zu seinen individuellen Vorlieben zählen, es kann aber auch sein, dass Ihr Nymphensittich nicht baden will, weil die angebotene Badewanne ihm angst macht oder für seine Ansprüche ungeeignet ist.
Einige Nymphensittiche die ein Bad nicht besonders zu schätzen wissen, genießen lieber eine ausgiebige Dusche. Sie spreizen dabei ihre Flügel vom Körper ab, stellen ihre Federn auf und lassen sich berieseln.
Vielleicht bevorzugen Ihre Vögel aber auch nasse Salatblätter, Kräuter oder anderes ungiftiges Grünfutter für ihr Bad.

Info: Worauf Sie bei der Auswahl von einem geeigneten Badehaus für Nymphensittiche achten sollten und was man unter einer Vogeldusche versteht, können Sie auf bei uns nachlesen.
Tipp: Ausführliche Informationen über das Badeverhalten, wie Sie Ihre Vögel zum Baden und Duschen animieren können und was beim Reinigen der Badegefäße zu beachten ist, finden Sie bei uns.

 

 

Schnabelpflege bei Nymphensittichen

Die Schnabelpflege ist für Nymphensittiche äußerst wichtig,
da nur ein gesunder und funktionstüchtiger Schnabel seine Aufgaben ordentlich verrichten kann. Er ist unentbehrlich bei der Gefiederpflege und überlebenswichtig bei der Ernährung, Auch benutzen Nymphensittiche ihren Schnabel beim Klettern, um sich an Ästen und Stangen festzuhalten.
Nymphensittiche reinigen ihren Schnabel durch Reiben an Ästen oder Käfiggittern. So entfernen sie nach dem Fressen störende Futterreste. Da ihr Schnabel permanent wächst (etwa 1-1,5 cm pro Jahr), ist es besonders wichtig, dass er gleichmäßig abgenutzt und in Form gehalten wird. Gibt man den Vögeln regelmäßig frische Äste, Zweige und Kalksteine zum Benagen, können sie ihren Schnabel daran wetzen und er bleibt scharf und wird nicht zu lang.

Putzen als Übersprungsverhalten

Als Übersprungshandlungen bezeichnet man Verhaltensweisen, die unerwartet auftreten und keinem ersichtlichen Zweck dienen. Meist werden diese Übersprungshandlungen in Konfliktsituationen gezeigt. Ein Nymphensittich kann sich z.B. nicht entscheiden, ob er einen Artgenossen angreifen oder lieber fliehen soll. Die Unsicherheit führt zu einer inneren Anspannung, die der Vogel in einer Übersprungshandlung, also einem neutralen Verhalten, auflöst. In solchen Situationen sieht man häufig, dass Nymphensittiche sich putzen, die Augen schließen und scheinbar schlafen oder Futter suchen. Übersprunghandlungen wirken wie eine Art „Verlegenheitsgeste“.
Tipp: Wir haben einige Badegelegenheiten, die für Nymphensittiche geeignet sind, für Sie ausgesucht:



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