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Tribus Plattschweifsittiche (Platycercini)

Plattschweifsittiche (Platycercini) sind eine Untergruppe (Tribus) der Ordnung der Papageien. Es gibt 13 Gattungen mit 37 Arten, von denen drei Arten ausgestorben sind. Leider ist es etwas verwirrend, dass in der deutschen Sprache sowohl die Gattung Platycercus als auch der Tribus Platycercini als Plattschweifsittiche bezeichnet werden. Auf diesen Seiten beschreiben wir den Tribus.
Die wohl bekanntesten und weltweit am häufigsten als Heimvögel gehaltenen Vertreter der Plattschweifsittiche sind die Wellensittiche. Aber auch andere Arten sind sehr verbreitet und werden in Deutschland häufig gehalten. Dazu gehören beispielsweise die Rosellasittiche, Bourkesittiche, Ziegensittiche, Springsittiche und die Pennantsittiche.
10 Gattungen der Plattschweifsittiche leben in Australien und Tasmanien. Die Laufsittiche (Cyanoramphus) und die Hornsittiche (Eunymphicus) findet man auf Neuseeland und Neukaledonien. Auf den Fidschi-Inseln kann man die Pompadoursittiche sehen.

 

Lebensraum der Plattschweifsittiche

Ursprünglich lebten die Plattschweifsittiche in Wäldern. Im Laufe der Zeit haben sich die meisten Arten an trockenere Lebensräume angepasst. Man findet sie heute in Savannen, Grassteppen, Trockenwäldern und sogar in Halbwüsten.
Ob Plattschweifsittiche ein Leben als Standvögel oder als Nomaden führen, hängt von dem herrschenden Klima ab. Je trockener die Gebiete, in denen sie leben, sind, desto mehr wandern die Sittiche auf der Suche nach Nahrung. Echte Zugvögel gibt es kaum, nur die tasmanischen Feinsittiche, Goldbauchsittiche und Schwalbensittiche ziehen im Herbst auf das australische Festland.
Viele Plattschweifsitticharten sind zu sogenannten Kulturfolgern geworden. Ihre Lebensbedingungen sind in der Nähe des Menschen deutlich besser. Felder und Gärten erleichtern die Futtersuche und an Viehtränken können sie ihren Wasserbedarf decken.

Plattschweifsittiche Aussehen

Plattschweifsittiche sind gekennzeichnet durch ihren charakteristischen langen Schwanz. Er ist stufig und länger als die Flügel. Die vier mittleren Schwanzfedern sind meist gleich lang, nach außen hin werden die restlichen Schwanzfedern immer kürzer. Bei den Flügelfedern fällt auf, dass die zweite bis fünfte Handschwinge an der Außenseite eingebuchtet ist.
Der Schnabel der mittelgroßen Papageien ist kurz und hornfarben, schwarz oder grau.

 

Plattschweifsittiche Männchen und Weibchen

Männchen und Weibchen der Plattschweifsittiche unterscheiden sich bei den meisten Arten kaum (Geschlechtsdimorphismus). Die Gefiederfarben sind bei einigen Arten gleich, bei anderen sind die des Weibchens etwas blasser. Die Hähne sind in der Regel etwas kräftiger gebaut als die Hennen, was man besonders an ihrem Kopf und Schnabel erkennen kann.

 

Plattschweifsittiche brüten

Freilebende Plattschweifsittiche brüten meist einmal im Jahr. Die Brutzeit liegt im Frühjahr oder im Herbst, da in diesen Jahreszeiten die Temperaturen angenehm warm sind und durch Niederschläge ausreichend Futter vorhanden ist.
Die in Zentralaustralien vorkommenden Arten haben keine festgelegten Brutzeiten. Sie brüten während der unregelmäßig auftretenden Regenzeit oder zu Beginn der Trockenzeit. Um die günstigen Lebensbedingungen zu nutzen, ziehen sie manchmal sogar zwei oder drei Gelege hintereinander groß.
Plattschweifsittiche sind Höhlenbrüter, deren Eier ohne Nistmaterial in Astlöcher oder hohle Baumstämme gelegt werden. Nur wenige Arten brüten in Bodennähe oder, wie die Erd- und Nachtsittiche, direkt auf dem Erdboden.
Im Abstand von 1-2 Tagen legen die Hennen 4-8 weiße Eier. Etwa ab dem dritten Ei beginnen sie fest zu brüten. Die Hähne beteiligen sich nicht an der Brut, versorgen jedoch die Hennen mit Nahrung. Nach ungefähr drei Wochen schlüpfen die Küken in mehrtägigem Abstand. Die Nestlinge werden dann noch 2 Wochen gehudert, bevor sie im Alter von 4-5 Wochen das Nest verlassen. Anschließend müssen sie noch 2-3 Wochen von den Eltern gefüttert und versorgt werden. Erst dann sind sie selbstständig. In menschlicher Obhut sollten Plattschweifsittiche niemals vor diesem Zeitpunkt abgegeben werden. Unterernährung, Krankheitsanfälligkeit und mangelhafte soziale Kompetenzen sind sonst die Folge.

 

Plattschweifsittiche fliegen und klettern

Je nach Art ist das Flugvermögen der Plattschweifsittiche sehr unterschiedlich ausgeprägt. Einige Arten fliegen dicht über dem Erdboden im sogenannten Bogenflug, der durch ein Aussetzen des Flügelschlags kurz vor Erreichen der höchsten Stelle des Bogens gekennzeichnet ist. Ihre Form der Flügel ist breit und rund.
Andere Arten fliegen in einem geradlinigen Flug in großen Höhen und fallen durch scharfe Wendungen auf. Ihre Flügel sind lang und spitz.
Zuletzt gibt es noch die Arten, die sehr schlecht fliegen können. Sie bleiben häufig am Boden und fliegen nur kurze Strecken. Ihre Flügelform ist eine Mischung der ersten beiden.
Auch das Klettervermögen ist nicht bei allen Arten gleich ausgeprägt. Meist sind die schlechten Flieger besonders gute Kletterer. Erd- und Nachtsittiche können zudem sehr gut und schnell laufen.

 

Gefahren für Plattschweifsittiche

Die größte natürliche Gefahr der Plattschweifsittiche sind Greifvögel. Bedrohlicher für sie sind jedoch die Menschen. Einige Arten richten auf den Feldern große Schäden an und sind deshalb ganzjährig zum Abschuss freigegeben. Auch aus Europa eingeführte Tiere sind eine Bedrohung für die Vögel. Füchse und verwilderte Hauskatzen töten die Sittiche und rauben deren Nester aus, der europäische Star ist ein Konkurrent um Bruthöhlen und verdrängt die Plattschweifsittiche von ihren Nistplätzen.

Tipp: Weitere Info über den Tribus Plattschweifsitticheerhalten Sie auf unseren Seiten Haltung und  Gattungen und Arten.

In diesem Buch von Jörg Asmus und Werner Lantermann finden Sie alle wichtigen Informationen über Australische Sittiche, deren Haltung, Zucht, Artenschutz und die Vorstellung und Beschreibung der einzelnen Arten.

 



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