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Ouvéa Hornsittiche

Ouvéa Sittiche (Eunymphicus uvaeensis), englisch Ouvean Parakeet, auch Ouvéa Hornsittiche genannt, sind kleine Papageien, die zur Gattung der Hornsittiche zählen. Es gibt keine Unterarten dieser Art. Lange Zeit galten die Ouvéa Sittiche nicht als eigenständige Art, sondern wurden gemeinsam mit den etwas farbenprächtigeren Hornsittichen (Eunymphicus cornutus) als eine Spezies mit zwei Unterarten angesehen.
Die seltenen Sittiche gelten als bedrohte Art und stehen heute unter Artenschutz. Aufgrund von Jagd, (teils illegalem) Handel, Einwanderung von Ratten, Habitatzerstörung, Abholzung der Wälder und durch die Einführung von Bienen, die mit den Ouvéa Sittichen um Baumhöhlen für Nester konkurrieren, waren die Vögel Anfang der Neunzigerjahre fast ausgestorben. Es lebten nur noch etwa 100 Individuen. Dank engagierter Artenschutzprogramme gibt es heute wieder deutlich mehr Ouvéa Sittiche. Im Jahre 2009 wurde die Zahl mit etwa 2000 Exemplaren angegeben. Dennoch wird ihr Status von der IUCN als stark gefährdet eingestuft und sie werden in Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens geführt. Für ihre Haltung in menschlicher Obhut benötigt man auf jeden Fall eine CITES Bescheinigung.

 

Lebensraum der Ouvéa Sittiche

Ouvéa Sittiche werden als endemische Art bezeichnet, da sie in freier Natur ausschließlich auf der Insel Ouvéa vorkommen. Hierbei handelt es sich um eine kleine Insel, die zu der Inselkette der Loyalitätsinseln zwischen Neukaledonien und Vanuatu zählt.
Ouvéa Hornsittiche leben meist paarweise oder in kleinen Schwärmen mit bis zu sieben Vögeln. Die Tiere halten sich überwiegend in den Baumkronen der Wälder im Norden der Insel auf, erst in den letzten Jahren hat man auch im Süden wieder einige Ouvéa Sittiche entdeckt. Sie leben in dichtem Tropenwald, wo sie aufgrund ihres scheuen Wesens und durch die perfekte Tarnfarbe ihres Gefieders nur sehr schwer aufzufinden sind. Auch in verwilderten Gärten oder auf Plantagen kann man sie vereinzelt finden. Mit leisen, flötenden Lauten markieren sie ihr Territorium.

 

Ouvéa Hornsittiche Aussehen

Mit einer Größe von 32 cm (einschließlich Schwanz) und einem Gewicht von 80-100 g zählen die Ouvéa Sittiche zu den Großsittichen, wobei die Männchen etwas größer als die Weibchen sind.
Das Gefieder der kleinen Papageien ist überwiegend smaragd grün, wobei der Bauch etwas gelblich schimmert. Farbkleckse verleihen dem Ouvea Sittich die dunkle grün-schwarze Gesichtsmaske und der kleine, aber dennoch auffällige, rote Fleck auf der Stirn. Im Flug kann man erkennen, dass die Steuerfedern und die Schwingen der Sittiche blau gefärbt sind.
Eine Besonderheit im Aussehen, die den Ouvéa Sittich von fast allen anderen Sittichen und Papageien unterscheidet, sind seine verlängerten Scheitelfedern. Diese 4-6 Federn sind im unteren Teil schwarz, im oberen grün und wirken wie eine Haube. Wie bei seinem nächsten Verwandten, dem Hornsittich, handelt es sich um reine Schmuckfedern, anders als bei den ebenfalls mit langen Scheitelfedern versehenen Kakadus und Nymphensittichen aus, bei denen die Federhauben nicht nur dem Aussehen dienen sondern auch die Stimmung des Vogels anzeigen.
Die Füße der Ouvéa Sittiche sind dunkelgrau, ihr Schnabel ist schwarz, wobei der obere Teil des Oberschnabels graublau schimmert, und die Iris ist orange.
Jungvögel unterscheiden sich im Aussehen von den Elterntieren. Ihr Schnabel ist weiß und die markanten Schmuckfedern sind noch nicht vorhanden.

 

Ernährung der Ouvéa Sittiche

Ouvéa Sittiche ernähren sich im Freiland von Samen, Nüssen, Blüten und Früchten. Gern mögen sie Mangos, Annonen, Passionsfrüchte, wilde Tomaten und Peperonis. Ihre Lieblingsspeise sind jedoch eindeutig Papayas. Mit großem Eifer zerschreddern die Sittiche das Fruchtfleisch, um an die Samen im Kern zu gelangen.

 

Brut der Ouvéa Sittiche

Ende August beginnt auf Ouvéa die Brutsaison für die Ouvéa Sittiche, die sich bis Januar hinzieht. Eine Henne legt in der Regel 2-4 Eier in eine Baumhöhle, die sie allein bebrütet. Während dieser Zeit versorgt der Hahn sie mit Nahrung. Die Brutzeit beträgt circa 21 Tage. Die geschlüpften Jungvögel werden von beiden Elterntieren gefüttert. Nach etwa 40 Tagen sind die Küken flügge.

 

Ouvéa Hornsittich Zucht

Die Zucht von Ouvéa Sittichen ist deutlich schwieriger als die ihrer nächsten Verwandten, der Hornsittiche. Die Vögel scheinen besonders stressanfällig zu sein. Wenn es dennoch zur Brut kommt, neigen die Hennen zur gefährlichen Legenot und viele Jungvögel sterben im ersten halben Jahr an Schädigungen des Herzens, der Nieren oder an anderen Krankheiten. Bis heute gibt es nur sehr wenige Züchter von Ouvéa Hornsittichen.

 

Ouvéa Sittich Haltung

In menschlicher Obhut leben nur sehr wenige Ouvéa Sittiche. Unseres Wissens nach gibt es in Deutschland nur einen einzigen Züchter dieser seltenen Vögel. Die Tiere sind sehr krankheitsanfällig und überraschende Todesfälle sind leider nicht selten. Die hübschen Vögel werden fast nie zum Kauf angeboten, zudem ist ihr Preis immens hoch. Ihre Haltung ist nur wenigen Spezialisten vorbehalten.
Gesunde Ouvéa Sittiche sind jedoch sehr angenehme Volierenbewohner, die zutraulich gegenüber dem Menschen werden und kaum Aggressionen gegen andere Vögel zeigen. Ihre Stimme ist im Verhältnis zu anderen Sittich- und Papageienarten recht leise. Ouvéa Hornsittiche baden sehr gern und sind ausgezeichnete Flieger. Daher benötigen sie eine große Voliere (mindestens 4 m lang) mit beheizbaren Schutzraum. Die Temperatur sollte nicht unter 10 °C fallen. 

Ouvéa Hornsittiche meldepflichtig

Für Ouvéa Sittiche besteht eine Meldepflicht bei den örtlichen Behörden. In den meisten Bundesländern ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig, in NRW allerdings das Umweltamt. Die Anmeldung ist kostenlos. Man benötigt dazu ein Formular, dass entweder online oder bei der Behörde direkt erhältlich ist. Desweiteren muss man eine Herkunftsbescheinigung des Züchters vorlegen, die belegt, dass der gekaufte Sittich aus einer legalen, europäischen Nachzucht stammt. Auch die Ringnummer und das Geschlecht des Vogels müssen angegeben werden.
Wenn Sie Ouvéa Hornsittiche kaufen, halten oder verkaufen benötigen Sie zudem eine CITES Bescheinigung.

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In diesem Buch von Jörg Asmus und Werner Lantermann finden Sie alle wichtigen Informationen über Australische Sittiche, deren Haltung, Zucht, Artenschutz und die Vorstellung und Beschreibung der einzelnen Arten.

 



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