Seitenübersicht

Netzwerke & Links

Hornsittiche (Art)

Hornsittiche (Eunymphicus cornutus), englisch Horned Parakeet, sind kleine Papageien, die zur Gattung der Hornsittiche zählen. Es gibt keine Unterarten dieser Art. Lange Zeit galten die Hornsittiche nicht als eigenständige Art, sondern wurden gemeinsam mit den Ouvéa Sittichen (Eunymphicus uvaeensis) als eine Spezies angesehen. Sie wurden als Nominatform des Hornsittichs (Eunymphicus cornutus cornutus) bezeichnet.
Die seltenen Sittiche gelten als bedrohte Art und stehen unter Artenschutz. Besonders gefährdet sind sie durch die Zerstörung ihres Lebensraums und durch (illegalen) Fang. In freier Natur gibt es noch circa 5000 Exemplare. Von der IUCN wird die Art als „verwundbar“ eingestuft und in Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzabkommens geführt.
Hornsittiche sind in freier Natur sehr scheue Vögel, die deutlich weniger Lärm als andere Papageienarten machen. In Ruhephasen und beim Fressen geben sie leise Töne von sich, nur wenn Gefahr droht, kann man sie laut kreischen hören.

 

Lebensraum der Hornsittiche

Hornsittiche werden als endemische Art bezeichnet, da sie in freier Natur ausschließlich auf Neukaledonien vorkommen. Sie leben meist paarweise oder in kleinen Schwärmen mit bis zu sechs Vögeln. Die Tiere halten sich in dem subtropischen Klima der fast 20.000 Quadratkilometer großen Pazifik Insel überwiegend in den Baumkronen der Wälder auf. Sie bevorzugen Feucht- und Regenwälder, gelegentlich kann man sie aber auch in Trockensavannen sehen. Aufgrund ihres scheuen Wesens und durch die perfekte Tarnfarbe ihres Gefieders sind sie nur sehr schwer aufzufinden und zu beobachten.

 

Hornsittiche Aussehen

Mit einer Größe von 32 cm (einschließlich Schwanz) und einem Gewicht von 80-100 g zählen die Hornsittiche zu den Großsittichen. Ihr Gefieder ist überwiegend leuchtend grün, wobei die Unterseite des Vogels etwas gelblich schimmert. Farbkleckse verleihen den Hornsittichen eine schwarze Gesichtsmaske und der auffällige rote Scheitel.
Eine Besonderheit im Aussehen, die den Hornsittich von fast allen anderen Sittichen und Papageien unterscheidet, sind seine verlängerten Scheitelfedern. Diese 2-3 Federn sind im unteren Teil schwarz, haben aber leuchtend rote Spitzen. Wie bei seinem nächsten Verwandten, dem Ouvéa Sittich, handelt es sich um reine Schmuckfedern (anders als bei den ebenfalls mit langen Scheitelfedern versehenen Kakadus und Nymphensittichen, bei denen die Federhauben nicht nur dem Aussehen dienen sondern auch die Stimmung des Vogels anzeigen).
Die Füße der Hornsittiche sind dunkelgrau, ihr Schnabel ist grauschwarz, wobei der obere Teil des Oberschnabels (Basis) graublau schimmert. Die Iris ist orange.
Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen, was man besonders am Kopf und am Schnabel erkennen kann. Die Gesichtsmaske des Weibchens ist etwas blasser gefärbt und ihre Scheitelfedern sind schmaler und kürzer.
Jungvögel unterscheiden sich im Aussehen von den Elterntieren. Die Farben ihres Gefieders sind etwas blasser, ihr Schnabel ist deutlich heller, die Iris ist dunkel und die markanten Schmuckfedern sind noch nicht vorhanden.

 

Ernährung der Hornsittiche

In ihrer Heimat fressen Hornsittiche hauptsächlich Samen, Nüsse, Früchte, Beeren, Blätter und Knospen. Vermutlich verschmähen sie auch keine Insekten. Die Samen des Kauri Baumes mögen sie besonders gern.
Die Ernährung der Hornsittiche in menschlicher Obhut entspricht im Großen und Ganzen der Ernährung anderer Großsittiche. Sie benötigen jedoch sehr viele Früchte, Beeren und Gemüse. Eine Mischkost aus Körnern (Samenmischung für Großsittiche mit wenigen Sonnenblumenkernen), Kräutern, Gemüse (vor allem Paprika und Chilischoten) und Obst ist zu empfehlen. Da die Sittiche in freier Natur auch Insekten zu sich nehmen, sollte ihnen von Zeit zu Zeit etwas tierisches Eiweiß in Form von Mehlwürmern, Eifutter, Joghurt oder Quark angeboten werden.
Um ihre Nahrung verdauen zu können, benötigen Hornsittiche, wie alle anderen Ernährung, Sitticharten, Grit oder Vogelsand, Sepiaschalen und Kalksteine.

 

Brut und Balz der Hornsittiche

Ende August beginnt auf Neukaledonien die Brutsaison für die Hornsittiche, die sich bis Januar hinzieht. Die Vögel zeigen ein außergewöhnliches Balzverhalten, bei dem sie sich voreinander verbeugen. Dabei kommen die verlängerten Scheitelfedern besonders zur Geltung, wenn sie bei der Verbeugung nach vorne fallen.
Eine Henne legt in der Regel 2-4 Eier in eine bodennahe Baumhöhle, unter Wurzeln oder in Felsspalten. Die Eier werden von ihr allein bebrütet, wobei der Hahn sie während dieser Zeit mit Nahrung versorgt. Die Brutzeit beträgt circa 21 Tage. Bei der Aufzucht werden die geschlüpften Jungvögel von beiden Elterntieren gefüttert. Nach etwa 40 Tagen sind die Küken flügge, nach weiteren 21 Tagen selbstständig.

 

Hornsittich Haltung

Hornsittiche werden in Menschenobhut zwar regelmäßig, aber nicht besonders häufig gehalten. Sie sollten nicht von Anfängern in der Vogelhaltung sondern von erfahrenen Menschen gepflegt werden.
Da es sich um sehr bewegungsaktive Vögel handelt, die gerne fliegen und klettern, benötigen Hornsittiche eine große Voliere mit einer Länge von mindestens 4-5 m. Ein an die Voliere angrenzender beheizbarer Schutzraum gewährleistet, dass die Außentemperatur nicht unter die von ihnen benötigten 10 °C absinkt.
Auch wenn Hornsittiche keine besonders starken Nager sind, sollten sie dennoch regelmäßig frische Zweige zum knabbern erhalten.
Tipp: Hornsittiche halten sich viel auf dem Boden auf und suchen dort nach Futter. Wenn Sie Ihre Vögel in einer Außenvoliere halten, sollten Sie deshalb regelmäßig zweimal im Jahr eine Wurmkur durchführen.

 

Hornsittich Verhalten

Hornsittiche sind sehr angenehme Pfleglinge, die im Vergleich zu anderen Sittichen eine leise meckernde Stimme haben. Nur bei Gefahr stoßen sie laute Schreie aus.
Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit verlieren Hornsittiche ihre Angst und werden recht zutraulich und zahm. Es sind neugierige Vögel, deren Aggressionspotenzial relativ niedrig ist. Außerhalb der Brutzeit sind sie meist mit anderen Vögeln verträglich.
Sie baden besonders gern, deshalb sollte ihnen immer eine geeignete Badewanne oder eine Duschmöglichkeit zur Verfügung stehen.

 

Hornsittich Zucht

Die Zucht von Hornsittichen ist deutlich unkomplizierter als die ihrer nächsten Verwandten, der Ouvéa Sittiche, und gelingt regelmäßig.
Während der Zuchtperiode empfiehlt es sich, die Paare von anderen Tieren zu trennen. Als Höhlenbrüter bevorzugen sie einen Nistkasten im Hochformat (circa 25 x 25 x 50 cm), der am besten direkt auf den Boden gestellt wird (achten Sie auf eine gute Standfestigkeit, damit der Nistkasten keinesfalls umkippen kann). In den Nistkasten füllt man eine Schicht Einstreu, z.B. Hobelspäne.
Die 2-5 weißen Eier werden von den Weibchen allein bebrütet. Nach ungefähr drei Wochen schlüpfen die Küken im Abstand der Eiablage. Beringt werden die Nestlinge mit einem Ring der Größe 5,5 mm.
Im Alter von 35-40 Tagen verlassen sie ihr Nest, wo sie dann noch eine Zeit lang von beiden Elternteilen gefüttert werden. Futterfest sind die kleinen Vögel mit etwa vier Wochen, vor diesem Zeitpunkt sollten sie keinesfalls von den Eltern getrennt werden. Da die jungen Hornsittiche erst mit circa zwei Jahren geschlechtsreif sind, können sie aber auch für einen längeren Zeitraum bei ihren Eltern verbleiben.

Hornsittiche kaufen

Hornsittiche werden nicht so häufig gezüchtet wie andere Sitticharten. Sie zählen noch zu den Raritäten und sind deshalb relativ teuer. Auf die Frage „was kosten Hornsittiche“, kann man dennoch antworten, dass sie in den letzten Jahren deutlich preiswerter geworden sind. Musste man vor einigen Jahren noch ein paar Tausend Euro für ein Zuchtpaar ausgeben, bekommt man heute ein Paar etwa für den Preis von 900 bis 1200 €.
Beim Kauf sollten Sie auf die Gesundheit der Vögel und auf die Seriosität der Züchter achten. Bedenken Sie bitte vor dem Kauf, ob Sie genügend Zeit und Geld haben, um sich ausreichend um die Vögel kümmern zu können.

 

Hornsittiche meldepflichtig

Für Hornsittiche besteht eine Meldepflicht bei den örtlichen Behörden. In den meisten Bundesländern ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig, in NRW allerdings das Umweltamt. Die Anmeldung ist kostenlos. Man benötigt dazu ein Formular, dass entweder online oder bei der Behörde direkt erhältlich ist. Desweiteren muss man eine Herkunftsbescheinigung des Züchters vorlegen, die belegt, dass der gekaufte Sittich aus einer legalen, europäischen Nachzucht stammt. Auch die Ringnummer und das Geschlecht des Vogels müssen angegeben werden.
Wenn Sie Hornsittiche kaufen, halten oder verkaufen benötigen Sie zudem eine CITES Bescheinigung.

 

Info: Ausführliche Informationen über Australische Sittiche und über die HaltungBeschäftigungKrankheiten und das Verhalten von Sittichen können Sie bei uns nachlesen.

Tipp: In diesem Buch von Jörg Asmus und Werner Lantermann finden Sie alle wichtigen Informationen über Australische Sittiche, deren Haltung, Zucht, Artenschutz und die Vorstellung und Beschreibung der einzelnen Arten.



sittich24.de wird berprft von der Initiative-S

Mehr Pagerank, Homepage bekannt machen und mehr Besucher!